digg.pngNahezu unglaublich klingt es, aber es ist wahr. Die US-amerikanische Social News-Website digg.com befindet sich seit gestern in einer schweren Krise, nachdem ein Moderator den Beitrag eines Users gelöscht hat, der einen Schlüssel zur Dechiffrierung von HD-DVDs enthielt. Der Vorfall zeigt die wahren Machtverhältnisse auf den Social Bookmarking Websites.

Zahlreiche Digg-User wollten die (nach amerikanischem Recht notwendige) Zensur nicht hinnehmen und am wehrten sich, indem sie zu Tausenden den Schlüssel wieder hochluden. Mashable schreibt dazu: “You can’t even submit a story right now, and frequent 404 errors mean that Digg is actually Digging itself, with too many votes and submissions to handle.”

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Kapitulation vor den UsernÂ

Nach 18 Stunden gab Kevin Rose, Gründer und Eigentümer von Digg, auf. Rose erklärte, die Aktion habe ihm gezeigt, dass die Digg-Nutzer lieber wollten, dass Digg kämpfend untergehe, als sich dem Druck einer mächtigen Industrie zu beugen. Daher wechsele Rose die Seiten und Ab sofort werde man Berichte mit dem Schlüssel nicht mehr löschen und die Konsequenzen abwarten.Â

Im schlimmsten Fall könnte die Kapitulation vor den Usern tatsächlich das Aus für digg.com bedeuten. Denn die User zwingen digg.com zum illegalen Handeln. In den USA verbietet der Digital Millennium Copyright Act die Veröffentlichung von Methoden zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. Ärger mit der mächtigen Motion Picture Association of America (MPAA) scheint nun vorprogrammiert. Ein Prozeß mit den in den USA üblichen extrem hohen Schadensersatzforderungen könnte die Zukunft von digg.com nun ernsthaft bedrohen.

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Power to the user?

Die Reaktionen zeigen, was alles passieren kann, wenn die User auf die virtuellen Barrikaden gehen. Der 1. Mai war jedenfalls in den USA der Aufstand im Social Web. Die Power-User wollten sich offensichtlich nicht vorschreiben lassen, was sie posten.

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