Google wird seinen Kunden demnächst einen eigenen Adserver-Dienst namens Google AdManager anbieten (siehe dazu , ). Google AdManager wird für kleine und mittelständige Unternehmen kostenlos sein. Der notleidende Long Tail der Content-Anbieter, die sich keinen eigenen Adserver leisten können - und zu denen auch der Großteil der deutschen Blogger gehören dürfte, freut sich schon (z.B. oder ). Und vergißt fast, daß so ein Angebot zwar kostenlos ist, aber nicht unbedingt frei macht.

Adserver an Long Tail verschenken …

Gerade für kleinere Websites wie etwa Blogs sind Werberotationen etc. bislang fast ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Google versucht mit dem kostenlosen AdManager also auch den Long Tail der Werbetreibenden zu erreichen, für die herkömmliche Angebote zu teuer sind oder für die Installation von Open-Source-Angeboten (wie etwa OpenAds) zu aufwendig und komplex wäre. Der Google AdManager verwaltet neben Adsense komplette Bannerkampagnen. Das Angebot könnte also für die kleinen Sites ähnlich verlockend sein wie Google Analytics. Kleiner Nebeneffekt: für die Adserver-Hersteller, die keine Premium-Software anbieten, könnte es eng werden, sich vom AdManager ausreichend abzusetzen.

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… und noch mehr Adsense verkaufen.

Doch warum tut Google so etwas? Bei der Vermarktung von Werbeplätzen werden oft nicht alle Banner verkauft. Erzielt eine kleine Website eine Auslastung von 50% ist das schon ein guter Wert. Oft werden die anderen 50% der Seiten einfach nicht beworben oder es werden eigene Banner geschaltet. Für Adsense wird wenn überhaupt meist ein separater Bereich verwendet. Mit dem AdManager könnten nun auch die verbleibenden 50% automatisch befüllt werden: und zwar mit Google-Werbung. Googles möchte also wohl hauptsächlich daran verdienen, dass alle Werbeplätze, die der AdManager nicht ausliefert, standardmäßig und automatisch mit Adsense-Anzeigen befüllt werden. Bei Google heißt es dazu:

“Google […] is hoping that Ad Manager users will agree to carry some ads Google sells in ad spots on their Web sites they haven’t filled themselves. Google would take a commission on revenue from any ads it sells.”

Google könnte also statt Adsense auch einfach eigene Banner-Anzeigen schalten. Damit allein könnte Google mehr Geld verdienen, als es einem gewöhnlichen Anbieter von Adservern mit dem Verkauf der Software möglich wäre. Die meisten Content-Anbieter werden nicht lange darüber nachdenken, ob sie für die nicht ausgelieferten Plätze AdSense schalten wollen.

Darüber hinaus gewinnt Google wertvolle Daten aus dem Bereich der Impression-basierten Bannerkampagnen. Dies könnte dazu benutzen, um das Keyword-Pricing anzupassen und Arbitrage zwischen CPM, CPC und CPA-Kampagnen zu verhindern oder selbst daran zu verdienen. Außerdem könnten die zusätzlichen Daten Grundlage für weitere neue Dienste sein, die erst durch die Auswertung der breiteren Datenbasis möglich werden.

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Google Admanager und Doubleclick

Wenn Google, wie oben beschrieben, die Restplätze mit eigenen Anzeigen auffüllen will, ist auch klar, was Google mit Doublecklick vor hat. ist einer der weltweit führenden Online-Werbevermarkter. Die Übernahme ist erst kürzlich durch die EU-Behörden genehmigt worden. Doubleclicks Werbe-Plattform DART soll in den Google AdManager integriert werden. Damit wäre wohl alles klar. Die Restpltze werden automatisch von DART aufgefüllt. Schafft Doubleclick es nicht, die Plätze zu verkaufen, bleibt noch Adsense. Google meldet dazu passend zur Doubleclick-Integration:

“We’re excited to add DART for Publishers to our suite of products, and we’re committed to the continued development and enhancement of DoubleClick’s offerings.”Â

Auch wenn der Google AdManager kein Marktplatz zu sein scheint, wie viele Beobachter vermuteten, läuft die DART-Integration wohl fast auf das gleiche hinaus. Es geht darum, wer in Zukunft das Geschäft mit der Restplatzvermarktung macht. Weltweit ein Risenmarkt. Für Startups wie AdBrite oder AdSpace könnten schwere Zeiten anbrechen…

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Verfolgt Google eine Dumping-Strategie?

Wettbewerbspolitisch stellt sich damit die Frage, ob Google sich durch die Kombination der beiden Dienste einen unlauteren Vorteil verschafft. Zunächst sieht es nur so aus, also betriebe Google mit der integrierten Adserver-Lösung lediglich Kundenbindung.Â

Doch Google bedroht hier gleich zwei Märkte: zum einen den Markt für Adserver-Technologie sowie den Markt für Restplatzvermarktung von CPM-Kampagnen. Google ist schon früher durch agressive Dumping-Strategien aufgefallen (etwa bei der Übernahme und Integration von Urchin – heute Google Analytics). Die Vermutung liegt also nahe, daß andere Marktteilnehmer durch das Kostenlos-Angebot aus dem Markt gedrängt werden sollen.

Das oben beschreibene Geschäftsmodell, anstelle von Lizenzkosten für die Adserver-Technologie einfach durch Werbevermarktung zu verdienen, steht den meisten Anbietern von Adserver-Technik nicht ohne weiteres offen. Andererseits wäre durchaus vorstellbar, dass sich andere große Anbieter ähnliches machen. Für die Marktplätze blieben dann noch Möglichkeiten zur Kooperation mit großen Vermarktern, um im Verdrängungswettbewerb zu bestehen.

Dennoch stellt sich die Frage, ob Google seine Position ausnutzt und mit der kostenlosen Abgabe des AdManagers Preisdumping betreibt. Wikipedia beschreibt Dumping wie folgt:

“Ein Dumping-Anbieter nimmt stets kurzfristig einen wirtschaftlichen Verlust in Kauf, um längerfristig für ihn selbst positive Folgeeffekte zu erzielen. Es kann verschiedene Ziele geben, ein Wirtschaftsgut zu einem Dumping-Preis anzubieten.”

Das Ziel könnte sein, die Marktanteile der Konkurrenz verringern oder die Konkurrenz ganz vom Markt zu verdrängen, um ein Monopol zu erreichen. Preis-Dumping wurde Google schon im Falle von Google Analytice, Picasa, Maps und anderen Diensten vorgeworfen. im Artikel auf  vom 4.5.2005 (!) heiß tes dazu:

“Denn es scheint klar, dass die Konkurrenten von Picasa, Keyhole, Urchin und Co. die Maßnahmen Googles als aggressives Dumping interpretieren werden. Zumindest hat Google diese Unternehmen dazu gezwungen, ihre Preispolitik neu zu überdenken. Der Vorwurf des wird sich jedoch allenfalls auf Verbalattacken beschränken. Denn gerichtlich nachweisbar ist dieser Vorwurf in aller Regel sehr schwer.”

Dem ist nichts hinzuzufügen.

According to research, some parents find it really hard https://topspyingapps.com/ to monitor their children’s activities through this advancement

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