Noch bis zum Ende der Woche findet in Hannover die (noch) größte IT-Messe statt. Viele große Unterehmen der Branche werden auch dieses Jahr wieder fehlen. Die CeBit steckt in einer tiefen . Die vermietete Hallenfläche ist mit ca. 240.000 qm nur noch etwa halb so groß wie zu Glanzzeiten. So ist etwa fast der komplette Telekommunikationsbereich an den Mobile World Congress nach Barcelona abgewandert. Die Messe reagiert mit der Vergabe von Gratis-Eintrittskarten sowie einer Verkürzung der Dauer der Messe.

 

Wer erinnert sich eigentlich noch an Webprojekte wie GLOBIS (Global Business Information System), wie es vor weit über 10 Jahren die Deutsche Messe AG in Hannover eingeführt hat, um eine virtuelle Messe im Internet zu etablieren?

Nun ist es so weit und die Asiaten greifen direkt in Handselsstrukturen ein. Nachdem die deutsche Messe- und Kommunikationswirtschaft will auch noch die Handelsplattform Alibaba.com verstärkt in den europäischen Markt einsteigen.

Warum kann so ein innovativer

Vermutlich weiß fast niemand mehr von diesem Versuch. Doch warum war dies aus heutiger Sicht eine Todgeburt.

Weil die Hannovermesse versucht hat, mittels Internet, seine Aussteller zu melken. Doch dazu später. Niemand soll sagen, die deutschen Messen hätten Trends nicht früh genug erkannt. Daran mangelt es nicht.

Die deutschen Messen haben ein Problem. In gewisser Hinsicht ist es ein Wohlstandsproblem. Denn die deutschen Messen sind groß geworden. Sehr groß. Manche sagen zu groß.

Die deutschen Messen bieten derart viel Ausstellungsfläche wie nirgends in der Welt. Nirgends gibt es so viele Welt-Leitmessen wie in unserem Land. Der Messestandort Deutschland ist also Weltspitze. Vier der fünf größten Messen stammen aus Deutschland. Noch immer werden die Flächen weiter ausgebaut.

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Trend zur Spezialisierung

Dabei geht der Trend längst zu regionalen und spezialisierten Veranstaltungen. Messen aus der zweiten Reihe wie etwa die Messe Nürnberg haben in den letzten zehn Jahren erfolgreich neue Veranstaltungskonzepte entwickelt. Veranstalter wie Reed Exhibitions gehen diesen Weg extrem konsequent, indem sie international aufgestellt sind und Messen und Kongresse zu Zwitterformen verbinden.

Neue Geschäftsmodelle im Internet?

Doch wie können Messegesellschaftenihre Strategie stärker Richtung Internet öffnen? Oder bieten sich gar neue Geschäftsmodelle für die Messegesellschaften in Zeiten des Web 2.0?

Um sich dieser Frage anzunähern, macht es Sinn, sich zu überlegen, was auf einer Messe eigentlich passiert… Man

  • trifft neue Geschäftspartner,
  • entdeckt neue Produkte,
  • macht Geschäftsabschlüsse,
  • stellt sein Unternehmen dar.

Es ist kein Geheimnis, warum ich seit Jahren nicht mehr auf die CeBit fahre. Die für mich relevanten Geschäftspartner finde ich im Gewühl einfach nicht mehr. Über neue Produkte erfahre ich schneller im Internet, Geschäftsabschlüsse mache ich dort auch selten, weil Computerexperten in der Regel keine EDV-Berater benötigen. Mich darstellen muß ich mich dort auch nicht. Es kann also der Eindruck entstehen, daß dies eine Veranstaltung ist, die vor allem eins kostet: Zeit.

Spezialisierte, kleine Messen wie die E-Procure, die OMD (super) oder Veranstaltungen wie das Barcamp, die Web20Expo, der Community-Sumit u.a. haben mich dieses jahr weitergebracht. Nicht jedoch die Mammutmesse CeBit. Groß ist nicht automatisch besser.

Veranstalter statt Immobilienverwalter

Doch von einer Integration des Internet in den “Kommunikatinsprozess Messe” sind die deutschen Messegesellschaften weit entfernt.

Die Zurückhaltung hat einen guten Grund, denn derzeit müssen sich die deutschen Großmessen erst einmal entscheiden, ob sie Veranstalter oder Immobilienverwalter sein wollen. Traditionell sind diese beiden Bereiche

Die Messe Frankfurt hat dies eingesehen und die beiden Bereich organisatorisch getrennt. Alle anderen Messen konzipieren ihre Veranstaltungen weiter auf Größe.

Problematisch und in gewisser Weise ein Hemmschuh dürfte in diesem Zusammenhang natürlich die Eigentümerstrukteur sein. Eine Messegesellschaft, die im Besitz einer Kommune ist, dürfte sich mit einer konsequenten Internationalisierung und Spezialisierung schwer tun. In letzter Konsequenz muß eine kommunal kontrollierte Messegesellschaft vor allem eine Aufgabe erfüllen: die Hallen füllen. Und das kann auch hemmen.

Die Zukunft der Messen liegt im Internet

Doch im Zeitalter des Internets haben sich die Regeln verändert. Und es gibt Unternehmen, die im Internet Messen ohne jede Beschränkung anbieten:

  • keine Beschränkung auf irgenwelche Flächen,
  • keine Beschränkung hinsichtlich der Zeit

Alibaba und GlobalSources heißen die Wettbewerber. Doch auch Unternehmen wie XING haben dieses Potential. Doch wahrscheinlich haben sie es noch nicht erkannt.

Alibaba betreibt die größte chinesische Auktionsplattform und betreibt eine gloabale virtuelle Messe, auf der Firmen ihre Produkte rund ums Jahr sehr attraktiv darstellen können. An 365 Tagen im Jahr.

Die Messen haben noch nicht bemerkt, daß sie sich zu Internetunternehmen wandeln müssen, um zu überleben. Wer diesen Wandel nicht mitmachen möchte, kann am Falle des Bergbaus studieren, wie man mit geschickter Subventionspolitik noch ein wenig länger durchhalten kann.

Todgeburten

Die Messe Frankfurt hat eine Tochterfirma, die Produktpilot GmbH gegründet, die die traditionelle Messe ins Internet verlngern soll. Aber wenn man das Angebot mit Alibaba & Co. vegleicht, muß man feststellen, daß der Versuch scheitern muß:

  • die Einstellung von Produkten erfordert das Auftreten als Aussteller auf einer Messe,
  • das Einstellen ist relativ teuer (Modell zum Melken der Aussteller),
  • die technische Aufbereitung ist simpel,
  • Nutzer-Matching und semantische Suche sind unbefriedigend.

Hybridmodelle

Wie kann eine Antwort der deutschen Großmessen auf die Herausforderung aussehen? Sie muß intelligenter sein als alles, was bisher da war und die vorhandenen Stärken ausspielen.

Eine erfolgreiche Messe ist zunächst eine Messe, auf der viele Besucher sind. Der “Traffic” ist entscheiden für den Erflg auch bei den Ausstellern. Diese werden dann auch bereit sein, Stände zu buchen und die Hallen zu füllen.

Was kann man dem Messebesucher denn nun bieten? Die deutsche Messewirtschaft hat hier wirklich bereits

Matching: Schaut Euch mal amiando an. Waru

  • Crowdsourcing:
    Messen waren immer Orte, an denen spektakulär Neues präsentiert wurde. Doch wie finde ich diese Perlen auf einer Mammutmesse? Die Antwort kommt wieder aus der EDV. Das sematische Web kann hier helfen. Eine effektive Messe-Website erfasst meine Nachfrage und macht mir Vorschläge. Das geht über eine Ausstellersuche weit hinaus und
  • Social Networking:
    Wer kommt auch auf die Messe? Die Messen benötigen dringend die Daten aus Social Networks wie XING. Tatsächlich haben viele Messen ein umfangreiches Datenmaterial und wissen, wer ihre Messen wie oft besucht. Aber sie kennen nicht die Geschäftsbeziehungen. Erst wenn mir die Messe sagen kann, wer aus meinem Outlook-Adressbuch ebenfalls auf die Messe kommt und mir Personen vorschlägt, die für mich interessant sein könnten, und die ich treffen sollte, werde ich mir vermutlich wieder ein Ticket für die CeBit besorgen. Messemanager müssen sich einfach Dienste wie amiando ansehen und schon wissen sie wie es gehen könnte.

Wer wird sich in 100 Jahren noch an die deutschen Messen erinnern? Hoffentlich viele. With the use of fmri technology, however, researchers have gained new cheap essay writing service insight into how people learn

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