logo400gr.jpgIn letzter Zeit ist viel an Wikipedia herumkritisiert worden. Insbesondere das Geschäftsmodell habe ich deutlich kritisiert. Auch die sind für viele ein Ärgernis. Wikipedia ist für viele wie ein Schwamm, der alles aufsaugt. Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger glaubt nicht mehr, dass die Community ihre Probleme noch selbst lösen kann. Die aktuelle Debatte um Wikipedia ist wichtig für alle, die wissen wollen, was beim Crowdsourcing funktioniert und was nicht.

Der Unmut der User könnte dem Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger gerade recht kommen, der mit dem neuen Online-Lexikon Citizendium in Konkurrenz zu Wikipedia gehen will. Citizendium soll die typischen Wikipedia-Probleme umgehen.

Während die Wikipedia Foundation noch , und Jimmy Wales viel Hoffnung in seine steckt, hat Wikipedia-Vater Sanger für sein Kind inzwischen nur noch harte Worte übrig. Die weit verbreitete Anonymität ziehe Leute an, die Ärger machen wollen. Sanger: “Die letzten Artikel repräsentieren keinen Konsens mehr.” Tendenziell gäben sie die Meinung jener wieder, die besonders hartnäckig Texte editieren.”

Sanger ist promovierter  und war vor der Wikipedia-Gründung im Jahr 2001 zwischen 2000 und 2002 als Chefredakteur des Enzyklopädie-Projekts angestellt.

Citizendium unterscheidet sich von Wikipedia vor allem durch folgende Änderungen:

  • Zwangregistrierung für Autoren,
  • Experten und Aufpasser, die die Einhaltung der Spielregeln überwachenWikipedia war wiederholt wegen schwerwiegender Fehler in einzelnen Artikeln in die Schlagzeilen geraten.

Sanger plant auch die neue Funktion des Redakteurs – zusätzlich zu den Autoren. Redakteure sollen bei Konflikten zwischen Autoren schlichten, allerdings keine Weisungsbefugnis bekommen und auch nicht Artikel blockieren dürfen. Redakteure können Artikel als “geprüft” markieren oder den Einträgen diesen Status entziehen, das ist Sangers Plan.

Die Wikipedia-Erfahrungen könnten auch für das sich gerade formende Medienformat des Citizen Journalism (Bürgerjournalismus) wertvoll sein. Im Gegensatz zu den Wikis können bei den eher den Blogs ähnelnden Zeitungen natürlich nicht alle Inhalte von jedermann geändert werden.
Dennoch könnten sie auch als Schablone für ein neues journalistisches Selbstbild und als Berufsperspektive für Redakteure im Onlinejournalismus dienen.

Bleibt nur zu fragen, wann der erste kommerzielle Wikipedia-Klon kommt. Schließlich stehen die Inhalte ja jedem frei zur Verfügung und Abspaltungen müßten damit auch möglich sein.

Frühere Beiträge zum Thema:

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