Anders gefragt: welche Anreize müssen gegeben werden, damit Crowdsourcing nachhaltig kreative Beiträge sichert.

Bereits in meinem Artikel “Wie sozial ist Social Commerce?” hatte ich die Frage aufgeworfen, ob denn Crowdsourcing zu einer Art digitaler Ausbeutung oder zumindest zu sozialen Ungleichgewichten führen kann. Auch  hat auf einen interessanten Beitrag von Jeff B. Howe zum Thema “Digital Scarecropping” (auf deutsch: digitale Ausbeutung) hingewiesen, der sich mit eben diesem Thema beschäftigt. Auch Vielschreiber Robert Basic greift das Thema auf.

Als Crowdsourcing kann bezeichnet werden, wenn die Entwicklung eines Produktes nicht von einem einzigen Unternehmen erbracht wird, sondern die Arbeit in viele kleine und voneinander unabhängige Schnipsel zerlegt wird, die von einer Vielzahl (der Crowd – zu deutsch: Menge) erbracht wird. Dem Unternehmer kommt nur die Rolle eines Plattformbetreibers zu, der die Einzelarbeiten vermarktet. Das Phänomen der Folksonomies zeigt, daß sogar den Betrieb des Fließbandes in der digitalen Ära von den Arbeitern übernommen wird.

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A better tommorrow?

Leider belassen es die meisten Kommentatoren bei bei mehr oder weniger oberflächlichen Betrachtungen. Fest steht in jedem Fall, daß die zahlreichen Services wie Wikipedia oder die schicken T-Shirt-Designs von Threadless und Spreadshirt eben nicht aus dem Nichts entstehen, sondern sich aus einer Viezahl von Einzelleistungen zusammensetzen, hinter denen letztlich Menschen stehen.

Mir persönlich gefällt der Begriff der Crowd (deutsch: Menge) nicht sonderlich, da er davon absieht, dass es Individuen sind, deren Gesichter sich hinter der Fassade verbergen. Der Begriff Crowd abstrahiert von diesen Einzelschicksalen und vermengt die Spitzenleistungen einiger mit den Durchschnittsleistungen der Mehrzahl. Der Begriff der Crowd zielt auf das Ergebnis eines Prozesses hin, der aber durch eine Viezahl individueller Einzelleistungen erbracht wird.

Man könnte in diesem Sinne von Mikrojobs sprechen.

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Lauert hinter der faszinierenden Idee, mittels Crowdsourcing Dinge quasi aus dem Nichts zuschaffen, die digitale Ausbeutung? Auch Jeff B. Howe, Schöpfer des Begriffs Crowdsourcing, mußte sich auf einem Panel der kanadischen Internet-Konferenz Mesh dem Thema “Digital Sharecropping: Are you Exploiting Your Users” stellen.

Crowdsourcing und Mikrojobs
Tatsächlich ist Crowdsourcing ein Organisationsmodell, das erst durch die breite Vernetzung und durch Informationstechnologie ermöglicht wird.

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Der Crowd ein Gesicht geben

Die Crowdsourcing-Anbieter per se als Ausbeuter abzustempeln, würde ihnen Unrecht tun. Tatsächlich helfen Dienste wie „A better tommorrow“ bislang unbekannten Designern nicht nur zu neuen Absatzwegen, sondern geben den Personen hinter den Designs ein Profil, etwa durch persönliche Interviews. Man muß den Gründer zugutehalten, daß sie sich in den meisten Fällen wirklich intensiv um die begabten Figuren innerhalb der Crowd kümmern. Zumindest für diese Gruppe könnte Crowdsourcing eine bessere Zukunft bieten.

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Steuerungsmodelle der Crowd

Ob das Ergebnis dieses Prozesses ein Erfolg wird, hängt ganz wesentlich von den ihm zugrundeliegenden Mechanismen ab.

Am Beispiel von Threadless wird deutlich, dass also heute nicht mehr ein festangestellter T-Shirt-Designer fest angestellt werden muß, sondern die Arbeit in eine Vielzahl von Einzelaufgaben unterteilt werden kann, die

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Löschen:
Für die Kritik am Crowdsourcing-Modell hat sich in Deutschland der Begriff des AAL-Prinzips (Andere arbeiten lassen) etabliert. Den Betreibern der entsprechenden Plattformen wird vorgeworfen, ihre Nutzer in diesem Sinne auszubeuten.

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Was ist Ausbeutung?

Wan kann man generell von Ausbeutung reden?

Von Ausbeutung könnte man dann sprechen, wenn die Ausgebeuteten unter Existenznot oder Zwang stehen und nicht anders handeln können. Ökonomisch ist entspricht dies einer Situation stark eingeschränkter Wahlmöglichkeiten.

In der Praxis dürften die Dienste einem arbeitslosen Designer aber zunächst zusätzliche Optionen eröffnen. Daher werden diese Dienste auch freiwillig benutzt.

Dazu kommen andere, nicht-monetäre Motive, wie etwa dem Spaß an einem guten Fachartikel oder einem schönen Design. So ist denn auch die Mitarbeit bei der Wikipedia nicht ohne weiteres mit der Arbeit vietnamesischer Kinder vergleichbar.

Zumindest derzeit
, welche in der Textilproduktion arbeiten, weil es ansonsten keine Möglichkeiten gibt.

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Fazit:

– Wahlmöglichkeiten stark eingeschränkt/ Existenznot,
– die Microjobs decken einen wesentlichen Anteil des Einkommens ab,
– ein Wechsel der Tätigkeit wäre mit hohen Kosten verbunden
 (z.B. Austrittsgebühr oder sehr spezifische Investitionen beim Eintritt)
– es besteht keine Verhandlungsmöglichkeit gegenüber dem Vertragsgegner
 (Plattformbetreiber)

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Crowdsourcing und der Long Tail der Arbeit

Tatsächlich kann das Crowdsourcing-Modell auch so betrachten: mittels einer Internetplattform werden auch die letzten Arbeitskraft- und Kreativitätsreserven jenseits der Festanstellung mobilisiert. Der Arbeiter der Zukunft ist also Long Tailer. Aber nicht derjenige, der das Netz betreibt, sondern derjenige, der darin hängenbleibt.

Für viele

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Hannes Treichl

Wenn alle Erfolgsgeschichten den steilsten Gipfel bilden, so haben die Misserfolgsgeschichten zusammengenommen ein größeres Gewicht, als die Vorzeigebeispiele.
Sobald dieser Long Tail ausgereizt ist, wird es kein Wachstum mehr aus der Crowd geben.

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Von Networkern und Netzmachern

Ist es also das gleich, ob ich

Auch US-Ökonom Robert Shiller sieht eine Zeit wachsender Ungleichheit.

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Das Ergebnis muß nicht immer

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Beim Wikipedia
– non-profit
insofern nicht so einfach anzuwenden

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Niemand würde schließlich gezwungen, bei Flickr, Youtube oder Digg mitzumachen – sprich kostenlose für diese Dienste zu arbeiten.

Howe gibt u, dass das Crowdsourcing-Modell das Potential für große UNgleichheit in sich trägt. Er emfindet Ungleichheit als ein besseres Wort als Ausbeutung.

Crowdsourcing steht noch am Anfang, aber die Größe, Fundament wird jetzt gelegt und damit stellen
sich schon jetzt die Fragen für die Zukunft der Arbeit.

Crowdsourcing ist ein nutzerzentriertes Modell.
as passiert, wenn manche Branchen von diesem Modell dominiert werden. Im Falle der Fotobranche
sei dies schon in einigen Jahren möglich. Howe schätzt, daß die Stock-Fotografie bis 2010 die
Branche dominieren könnte.

Er hält es für wichtig, daß die User ein Wort mitzureden haben, wie die
Firmen geführt werden und wie sie für ihre Arbeit kompensiert werden.

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Michael Sikorsky haßt den Begriff user, stattdessen spricht er von Mitgliedern.

(Ich würde Genossen sagen), denn dass sind die echten Networks ja.

Hätten die Gründer erfolgreicher Social Networks wie FlickR oder YouTube einen Teil ihrer Verkaufserlöse an die Nutzer ausschütten sollen?

Tatsächlich spricht für eine Beteiligung der User, daß die Plattformen durch die Inhalte und die Arbeit der User aufgebut wurden. Zumindest
haben die User einen ganz erheblichen Anteil daran. In der Realität haben die User lediglich dieses Dankesvideo erhalten.

Gegen eine Ausschüttung sprechen die folgenden Argumente:

Tausch:

die Nutzer hätten bereits ein Gut kostenlos nutzen dürfen, welches
zuvor eine eine Sache mit Wert gewesen sei (valuable commodity):

– online Storage (Flickr)
– video distribution (Youtube).

Howe vermutet, daß niemand, der YouTube nislang benutzt hat, dies in der
Erwartung tat, irgendwann dafür etwas zu bekommen.

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Dennoch ist dies eine statische Vorstellung: die User haben nur deshalb
zugestimmt, einer fast unbegrenzten Nutze

Dies sieht auch Jeff Howe: die Crwod wird weiser werden und zunehmend eine Gegenleistung
für ihre Mühen verlangen.
Glasperlenspiel – Kolumbus und die Indianer

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– Nach welchem Schlüssel hätte so eine Ausschüttung stattfinden sollen?
Was nach Mitbestimmung.
Howe vermutet, daß dies nicht notwendig eine finanzielle Form annehmen muß.
Das ist richtig. Allerdings hat Geld einen Vorteil: es ist ein sogenanntes Numeraire.

Davon spricht man
D.h. als Numeraire kann ich mir einen bestimmten Wert an verschiedenen Stellen holen.

Auch die Ausbeutung der industriellen Epoche hatte diese Vorstellung. Die Arbeiter arbeiten und dafür kriegen sie loh und
essensgutschein zzgl. einen Heimplatz. Aber ein kostenloser Schlafplatz ist etwas
anderes als das monetäre Equivalent. Der Unterschied liegt im Freiheitsmoment: wenn ich Geld bekomme, kann ich mir aussuchen,
in welcher Wohnung ich leben will. Natürlich kann ich mir nicht unbegrenztr mehr leisten. Aber es ist ein qualitativer, nicht nur ein quantitativer
unterschied für Geld zu arbeiten.

Howe spricht auch einen
– Mikroscheibe eines Anteils am UNternehmen an.
– höhere Privilegien in der Community
Aber irgendwann werden die Crowdsourcing-

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Joan Robinson hat das Prinzip der Ausbeutung in “The Economics of Imperfect Competition” beschrieben.

Sie zeigte die engen Grenzen der herrschenden neoklassischen Theorie auf und prägte die moderne Preistheorie.

In der Modellwelt der vollständigen Konkurrenz hat der Einzelne keinen Einfluss auf den Preis eines Gutes. Alle Marktteilnehmer kennen alle Produkte und deren jeweilige Preise. Der Markt ist vollkommen transparent.

Dazu fehlen Preise als Informationsträger!

Im letzten Drittel kehrt sie zum drängendsten Problem ihrer Zeit zurück: der Arbeitslosigkeit. Auf dem Markt für Konsumgüter stehen vielen Käufern nur wenige Verkäufer gegenüber. Daher wirke dort die Unvollkommenheit des Wettbewerbs zugunsten der Verkäufer. Auf dem Arbeitsmarkt jedoch sei das Verhältnis umgekehrt: Hier würden die Arbeitnehmer, die Verkäufer des Faktors Arbeit, ihrerseits ausgebeutet von den wenigen Arbeitgebern.

Nach Robinson ist Ausbeutung dann gegeben, wenn der Lohn geringer ist als der Grenzertragswert der Arbeit, dem Marktwert der geleisteten Arbeit. Anders als bei Marx der Grund für die Ausbeutung also nicht in mangelnder Verhandlungsmacht, sondern in einem Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt.

Wenn Gewerkschaften höhere Löhne durchsetzen, verhindern sie vor allem die Einstellung von weiteren Arbeitskräften und tragen zudem dazu bei, dass die Güterpreise steigen, weil die Produzenten die Lohnerhöhung an ihre Kunden weitergeben. Die entstehende Arbeitslosigkeit drückt die Löhne in anderen Industriezweigen, während unter den höheren Preisen alle Arbeitnehmer gleichermaßen leiden.

Damit schließt Robinson den Kreis zwischen ihrer Analyse des Güter- und des Arbeitsmarktes. Bei einer monopolistischen Marktstruktur – bei einem Machtungleichgewicht – kommt es zu einer doppelten Ausbeutung des Faktors Arbeit: Monopolisten können ihre Profite auf Kosten der Arbeitnehmer nicht nur vergrößern, indem sie niedrigere Löhne bezahlen, sondern auch, indem sie höhere Konsumentenpreise verlangen. Je größer die Unternehmen sind, umso wahrscheinlicher ist für Robinson eine solche Ausbeutung.

Ist es das, was uns droht?

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Regulierung?

Allerdings haben die Plattformen Größenvorteile und ermöglichen damit Effizienzgewinne, die sonst nicht möglich wären und auch gesamtwirtschaftlich wünschenswert sind. Im Falle der Stockfotografie ist es der aufwendige Prozess der Fotografensuche und Bildauswahl, die wesentliche vereinfacht worden ist. Zudem bieten sie dem Fotografen eine wese

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Man müsse aber stets prüfen, ob diese Vorteile den Verlust an Verteilungsgerechtigkeit – die Ausbeutung des Faktors Arbeit – aufwiegen können.

Mit ihrem Buch wurde Joan Robinson auf einen Schlag bekannt. Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise fiel ihre Skepsis gegenüber dem Marktmechanismus auf äußerst fruchtbaren Boden. Sie versorgte diejenigen mit Argumenten, die gegen die Macht der großen Konzerne wetterten. Verstärkt wurde der Einfluss ihrer Theorie noch durch die fast zeitgleiche Veröffentlichung des Buches The Theory of Monopolistic Competition ihres amerikanischen Kollegen Edward Chamberlin, der, unabhängig von ihr, zu ähnlichen Ergebnissen gekommen war.

Nächste Folge:

John Maynard Keynes: “Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes”

Joan Violet Robinson:

The Economics of Imperfect Competition

The Macmillan Press Ltd., London and Basingstoke 1989; 775 S.

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Es ist aber denkbar, daß die Größenvorteile und komparativen Kostenvorteile eben dieser vietnamesischen Arbeiter nicht nur im Bereich der T-Shirt-Produktion, sondern auch

“Daß aber alle heute reicher wären, wenn nicht durch die Schutzzollpolitik die Produktion künstlich von den günstigeren örtlichen Produktionsbedingungen zu den weniger günstigen hingedrängt würde, ist klar. Bei vollkommener Freiheit des Handelsverkehrs würden Kapital und Arbeit dort angesetzt werden, wo sich die günstigsten Produktionsbedingungen bieten.”

Ludwig von Mises

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Joan Violet Robinson (* 31. Oktober 1903; †10. August 1983) war eine Ökonomin, die die ökomomische Theorie an die (nichtperfekte) Wirklichkeit heranführen wollte.
 Leben [Bearbeiten]Sie widerlegte Alfred Marshalls Annahmen einer vollkommenen Konkurrenz, nach welcher der Einzelne keinen Einfluss auf die Preisgestaltung habe, tatsächlich aber viele Anbieter einen monopolistischen Spielraum haben – anders als auf dem Arbeitsmarkt, wo die meisten Anbieter der Ware Arbeitskraft einem Quasimonopol relativ weniger Nachfrager gegenüberstehen. Für letzteres Phänomen prägte sie den Begriff des Monopsons.

Robinson zeigte 1947 mit der Robinson-Bedingung, dass eine anormale Leistungsbilanzreaktion noch unwahrscheinlicher ist, als in der Marshall-Lerner-Bedingung vermutet.

Sie thematisierte Arbeitslosigkeit als Ausbeutung, die dann gegeben ist, wenn der Lohn geringer ist als der Marktwert der Arbeit, den sie mit dem Grenzertragswert der Arbeit beschreibt.

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 In some cases, students may not have other contact with this staff person due to the nature http://writemyessay4me.org of his or her job, so this practice emphasizes the importance that we all are part of one community

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