Wer in den letzten 2 Jahren Köln am Ring in den Woyton Coffeshop ging, mußte feststellen, dass fast jeder der Gäste einen Laptop vor sich hat. Freelancer, Künstler, Jungunternehmer, die kaum das Geld für ein Auto haben, aber ausreichend Zeit, um über die nächste Geschäftsidee nachzudenken.

Nach dem Dotcom-Crash und dem langen Niedergang der Internetwirtschaft zwischen 2001 und 2003 war dies lange Zeit undenkbar. Man gab sich geschäftsmännisch, handwerklich und professionell. Doch mit dem Web 2.0 zog eine neue Lässigkeit ein und das Web begeisterte wieder Hochschulabgänger und Studenten.

Köln ist überall

Die Cafés in San Francisco, London, München, Berlin und Köln waren wieder voll von Ideen… Die Laptopnutzer dort interessieren sich weniger für Kaffeebohnen oder MySpace, sondern nutzen das kostenlose WLAN. Immer online! Für MySpace oder YouTube ist keine Zeit da. Diese Leute warten auf das nächste große Ding!

Viele der neu gegründeten Firmen sind von Youngstern gestartet worden, die die Dotcom-Erfahrungen nicht gemacht haben und daher die Fehler von damals nicht kennen (und somit gern wiederholen). Wiederholt sich alles? Zieht nun die Finanzkrise wieder einen grauen Schleier über die Webszene? Ist allees ausgeträumt?

Tatsache ist: die meisten Web 2.0 Ansätze basieren auf derselben Basistechnologie wie zu Zeiten der Dotcom-Szene. Und die ging bekanntlich unter. Auch wenn AJAX in aller Munde ist und die Weboberflächen immer aufgeräumter werden: es ist kein neues WWW, kein neues Email-Protokoll erfunden worden. Der echte Wert des Web 2.0 liegt daher nicht in irgendeiner Technologie, sondern in den veränderten ökonomischen Grundlagen. Wie es zu diesen veränderten Bedingungen kam erklärt die Entwicklung von der Dotcom- zur Web 2.0-Ära. Es handelt sich um einen klassischen . Was hat sich auf den Märkten verändert?

Wir können zwei Teilmärkte unterscheiden:
 

  • den Arbeitsmarkt innerhalb der Internetbranche (Webdesigner, Programmierer) und den Markt für die Produktion von Internetdienstleitungen (Webagenturen),
  • den Gesamtmarkt für Internetportale (Blogs, Suchmaschinen, Social Networks, etc.)

 

Die ersten beiden Märkte sind nicht klar voneinander zu trennen, da viele Arbeitskräfte auch als Einzelunternehmer agieren. Viele der heute in der Internetbranche tätigen Arbeitskräfte haben ihre Berufsentscheidung und ihre Ausbildung erst Ende der Neunziger Jahre getroffen. Vor dem Hintergrund des Booms erschienen die Berufsaussichten damals vielen rosig. Obwohl vor allem viele Kaufleute und Manager nach dem Platzen der Blase wieder aus dem Markt ausstiegen, hatten diese einfachen Facharbeitskräfte nicht so viele Möglichkeiten, Ihre Berufsperspektiven rasch zu verändern und blieben in diesem Markt.

Das Ergebnis war zunächst ein Überangebot an Webdesignern, Programmierern. Die zunehmend schlechten Berufschancen in angestellten Arbeitsverhältnissen führten dazu, dass viele in die Selbstständigkeit wechselten, was zu einem zunehmenden Wettbewerbsdruck und in der Folge zu einem raschen Preisverfall in der Internet-Produktion führte.

Da die Produktionskosten für Internetportale sich nicht nur aus Arbeitskosten, sondern auch aus Lizenzkosten für Software zusammensetzen, kommt hier die nächste entscheidende Wende: im Jahr 1999 gab es besipielsweise noch kein Content Management System unter der GPL. Durch sehr performante Systeme wie TYPO3, die kostenlos verfügbar sind, sind die Lizenzkosten mittlerweile vernachlässigbar.

Durch den starken Wettbewerb auf dem Produktionsmarkt für Internetleistungen sind die Kostenvorteile fast vollständig an die Kunden der Agenturen weitergegeben worden.

Dieser Preisverfall der Arbeitskosten wurde durch die reduzierten Kosten durch immer mehr Open Source-Angebote weiter angetrieben.

Nun könnte man einwenden, dass der IT und somit auch der Internetmarkt insgesamt gewachsen sei. Das ist richtig. Streng genommen sind alle Märkte gewachsen. Aber es kommt auf die relativen Preise an und somit auf die Unterschiede im Wachstum. Das Angebot an Arbeitskräften und insofern das Angebot an Internetdienstleitungen generell ist eine ganze Weile schneller gestiegen als die Nachfrage nach diesen Leistungen. Diese Entwicklung dürfte sich allerdings mittlerweile umgekehrt haben, was an den wieder steigenden Stundenhonoraren auf GULP zeigt.

In der Folge sind natürlich die Kosten für neue Internetdienste gesunken.

Intervention can only be provided, in these cases, if local data is monitored college helper regularly, adequate staffing exists to provide the intervention, and staff communication is outstanding

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