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Die Machtübernahme der Power-User auf der Mutter aller Social News Portale stellt alle auf user-generated-conteht basierenden Geschäftsmodelle nachhaltig in Frage. Ist der Aufstand reiner Terror der Power-User oder ein Vorbote der Webdemokratie? Anders könnte man auch fragen: wem gehört das Internet?

Zunächst zeigt der Vorfall deutlich, wie sehr sich die Machtstrukturen im Internet zugunsten der Nutzer verschoben haben.

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Terror virtueller Piraten …

In jedem Fall ist der Vorfall weder durch die Regeln auf digg.com noch durch das amerikanische Gesetz gedeckt. Auffallend jedenfalls, daß die Power-User offensichtlich durch derartige Maßnahmen einen Social News-Dienst kurzzeig außer Kontrolle bringen können. Erschreckend auch, wie aggressiv manche User bereit sind, ihre Interessen durchzusetzen. War es nun Terror? Immerhin wurde der Aufstand durch ein Abstimmungsverhalten auf digg.com herbeigeführt. Das ist also zumindest halbdemokratisch. Digg wurde also mit seinen eigenen Waffen besiegt.

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… oder Forderung nach noch mehr Mitbestimmung?

Oder ist der Aufstand ein erstes Anzeichen gestiegener Mündigkeit der Webuser? Ist der digg-Vorfall vielleicht ein Zeichn dafür, daß der Netzbürger sich mehr Einfluß wünscht? Wieso sollte man in digg.com nur ein Geschäftsmodell sehen und nicht auch Möglichkeiten erweiterter politischer Partizipation. Die Vorläufer vieler heutigen europäischen Parlamente mußten sich auch erst vom Akklamationsverein zur Bürgervertretung emanzipieren.

Voreiter Estland führte bereits Internetbasierte Wahlen durch. Aber auch in Deutschland formiert sich die Bürgergesellschaft im Internet. Websites wie oder versuchen den Bürger unmittelbarer in den Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess einzubinden. Natürlich fehlt diesen Plattformen jede politische Legitimation und sie sind eher als Umfragewerkzeug und politisches Forum zu betrachten. Dennoch zeigen sie auf, wohin die Richtung gehen dürfte.

Eine Einsicht lautet deshalb, daß die User die Social News offensichtlich als basisdemokratische Speerspitze sehen. Nach der (rechtlich notwendigen) Zensur hatte digg-Gründer Kevin Rose bei seinen Usern teilweise das Image eines Diktator. Ein zeigt, wie radikal der Anspruch totaler Meinungsfreihet sein kann: “True, I am never going to use Digg again. I never ever knew Digg had moderators — I thought the idea of Digg was for the people to make the news!”

Die Meuterei auf digg – also auch ein Vorgeschmack auf die politische Zukunft des Internet. Für den Fall chinesischer Social News Websites dürfte den Zensoren jedenfalls einiger Ungemach drohen. Vielleicht findet die nächste Revolution ja wirklich im Internet statt.

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User-generated content – mehr als nur ein Geschäftsmodell

Das Digg-Desaster sollte allen Investoren die Augen öffnen, die in Konzepten mit user-generated content schnelle Gewinne sehen. Der User ist weit mehr als nur ein Arbeitsesel. Es spricht so offen niemand darüber, aber es ist unausgesprochener Bestandteil all dieser Geschäftsmodelle, den Usern eben diese Verfügungsgewalt über die Verwertung ihrer Inhalte oder der Steuerung des Dienstes nicht zu lassen.

Doch die User scheinen sich damit nicht abzufinden. Terrorismus oder Demokratie? Dienste mit user-generated content müssen einmal mehr ihr Modell überdenken… There aremany useful insights into the https://goldessayclub.com/ unique considerations of implementing a program

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