Überarbeitete Fassung/ ursprünglicher Artikel vom 14.4.1996

 
Xenophobie
Während es im Bereich der Netz-Infrastruktur [Update 2015: …und in der Debatte um Netzneutralität] um das Problem der Definition und Zuweisung von Eigentumsrechten geht, stehen auf der Ebene des netzspezifischen Tauschs und dich er Produktion von Informationsgütern der Schutz und die Durchsetzung bestehender intellektueller Eigentumsrechte im Vordergrund.

Das kostenlose Profitieren vom Wissen anderer zur gegenseitigen Nutzensteigerung aller (z.B. im Usenet) ist kennzeichnendes Merkmal der Kultur der Internet-Nutzung. Das interkulturell ausgetauschte und in einem anderen sozialen Kontext angewandte Wissen kann zu völlig neuen Innovationen führen, die mehr sind als eine bloße Optimierung oder Fortsetzung isoliert gehaltenen Wissens.

Diese positiven Externalitäten geben dem im Internet gespeicherten Wissen in gewisser Hinsicht die Kennzeichen eines öffentlichen Gutes.

Aus Sicht vieler Benutzer ist es richtig, Informationen und Software frei zu benutzen, da sie zu vernachlässigbaren Grenzkosten vervielfältigt werden können und damit offenbar niemand geschädigt wird. Inhalte fremden Ursprungs werden etwa zu „Lernzwecken“ auf den Seiten von Universitäten öffentlich bereitgestellt. Die Verleger verdienen nicht unbedingt daran und fühlen sich daher im Recht.

 

Quellen:

Mit der Frage des intellektuellen Eigentums beschäftigt sich inzwischen auch die Europäische Kommission; vgl. KOM (1996), 568 endg sowie das Grünbuch KOM (1995), 382 endg; zum Engagement der WTO vgl. Preusse (1996), S. 27-50.

Vgl. etwa den Big Time Television Server von Jack Graham, http://crow.acns.nwu.edu:8082; zitiert nach Reed (1995), S. 90. https://cellspyapps.org

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