Zwei Tage, nachdem Holtzbrinck sein Meta-Network präsentiert hat, startet nun Branchengigant Facebook auf deutsch. Die deutschen Blogger warten seit langem auf den Start. Wird sich Facebook gegen StudiVZ durchsetzen können oder wird der Versuch scheitern? Die Angst geht um…

Trotz großer Erwartung wurde zum bereits Start Kritik vor allem an der deutschen Übersetzung (etwa bei ) laut. Offensichtlich sind die mit Facebooks Crowdsourcing-Strategie erzielten Übersetzungsergebnisse nicht so lupenrein wie gewünscht. Viele deutsche Blogger fühlen sich von der Funktionsvielfalt von Facebook offensichtlich überfordert. Blogger Robert Basic spricht vom , welches Facebook auszeichne.

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Zahlen: 700.000 deutche Facebook-Nutzer

Facebook startet nicht am Nullpunkt, sondern hat bereits eine große deutsche Community an Mitgliedern. Martin Weigert von zweinull.cc nennt interessante . Danach zählt allein das “Netzwerk Germany”, einer Gruppe innerhalb der US-Site von Facebook, aktuell bereits 347.663 Nutzer. Er schließt daraus auf schätzungsweise 700.000 Mitglieder aus Deutschland, da in der Regel zirka 50 Prozent der User eines Landes im jeweiligen nationalen Netzwerk seien. Allerdings habe sich das Wachstum des Germany-Networks in lezter Zeit merklich abgeschwächt. Dieses sei in den letzten Monaten von 2.000 neuen Nutzern täglich auf nunmehr unter 1.000 Neumitgliedern pro Tag gesunken.Â

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NetzwerkeffekteÂ

Die Wachstumsschwäche könnte ein Hinweis auf den starken Netzwerkeffekt sein, der derzeit noch für StudiVZ wirkt. Sollte sich dieser Effekt als Lock-In-Situation bestärken, hätte Facebook in Deutschland einen schweren Gang vor sich. Am Ende bliebe vielleicht nur der Griff zum Portemonnaie.

Ich hatte jedoch schon mehrfach darauf hingedeutet, dass von Netzwerkeffekten viel zu schnell auf Lock-In-Situationen geschlossen werde (vgl. hierzu meinen Beitrag ). Alle Theorien über Netzwerkeffekte vernachlässigen die Doppelnutzung, die im Falle des Internet oftmals relativ problemlos möglich ist.

Auch wenn StudiVZ in Deutschland die Nase vorn hat und der Netzwerkeffekt zwischen den US-Nutzern und den deutschen Nutzern nicht sonderlichgroß sein dürfte, hat Facebook mit seiner F8-Strategie zusätzliche Dimensionen eröffnet, auf denen diese Effekt wirken können.

Facebook hat also viel stärker auf die sogenannten Group Forming Network Effects (GFN) (Theorie von David Reed) gesetzt und könnte daher auch mit einer viel kleineren Nutzergemeinde einen ähnlich großen Netzwerkeffekt wie StudiVZ zustandebringen. Derzeit liegen die meisten F8-Applikationen allerdings noch nicht in deutscher Sprache vor.

Ich halte die Parallelnutzung beider Netzwerke für eine bestimmte Zeit für ein wahrscheinliches Szenario, bevor sich der Kampf irgendwann entscheidet.

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Was ist Kopie, was Original?Â

Die deutschen Web 2.0-Startups wurden oft als Copyklone bezeichnet. Für einige wurde Deutschland schon als das neue China bezeichnet.

In einem früheren Beirag hatte ich gefragt “”, nachdem es auf dem DLD bereits Übernahmegerüchte gegeben hatte. Nun kommt es also scheinbar wirklich zum Kampf und damit zu einem wirklich spannendem Experiment. Nun wird sich zeigen, ob die Kopier-Strategie der VZ-Mannschaft aufgeht und der Netzwerkeffekt größer ist als der Branding-Effekt.

In meinem Beitrag hatte ich vermutet:

“Ein Tod von StudiVZ wäre […] unmerklich. Die Abonenntenzahlen würden vielleicht noch etwas wachsen, aber die tatsächliche Nutzunsintensität und damit auch die potentiellen Gruppenbildungseffekte (Group Forming effects) wären auf Facebook einfach größer.”

Doch trotz aller Netzwerkeffekte, stellt sich auch folgende Frage: Wer will die Kopie, wenn er das Original haben kann? Und das zum selben Preis, nämlich kostenlos. Welches Kind will ein Fix-und-Foxy-Heft, wenn es Mickey-Maus gibt?

Der Branding-Effekt scheint für Facebook zu sprechen, denn streng genommen ist Facebook das Original. StudiVZ startete erst viel später als fast lupenreine Kopie. Doch wissen die deutschen Nutzer davon? Ist nicht für die meisten von ihnen StudVZ das Original? Dennoch ist die Marke Facebook international aussprechbar. Damit sind StudiVZ natürliche Grenzen gesetzt…

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Was tun?

Will StudiVZ bestehen, müssen innovativere Strategien her, als die Gründung einer Überplattform. Ich hatte die Gründung einer Kooperation mit anderen deutschen Networks wie etwa XING :

“Für diejenigen mittelgroßen europäischen Networks, die zur Champions League gehören wollen (Beispiel XING), wäre eine solche Genossenschafts-Lösung die einzig gangbare Lösung. Beispiele finden sich etwa bei Verbundgruppen des Handels. Denkbar wäre eine Dachorganisation, die gemeinsame Standards entwickelt und/oder über deren Adoption entscheidet. Auch eine Open-Source-Variante wäre denkbar, dies würde jedoch die Social Networks insgesamt schwächen und Google stärken.”

Zudem muß die Plattformfrage rasant angegangen werden.

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Fazit: German AngstÂ

Die Hysterie mit der ein möglicher Facebook-Start von der Blogger-Community aufgenommen wird, zeigt vor allem auch eines: wie wenig Mut man hierzulande noch hat und wie wenig man den deutschen Internetfirmen zutraut, wenn es ernst wird und amerikanische Anbieter den Markt betreten.

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