Originalbeitrag vom August 1996

 

Bereits seit Ende der 50er Jahre speichern Informationsanbieter ihre Datensammlungen in Datenbanken und verteilen sie über Lochkarten oder Magnetbänder. Die Möglichkeit des Online-Zugriffs über Telekommunikationsnetze bestand schon seit längerem und hat die Informationsindustrie zu einem wichtigen Faktor in der Volswirtschaft gemacht. Jedoch richteten sich diese Angebote vornehmlich an gewerbliche und staatliche Organisationen und nicht an die privaten Haushalte. Die Diversifizierung der Technologie ermöglichte die Nutzung der Datenbanken via Videotexterminals, PC’s, TV und Telefax. Die für die Ausnutzung der Leitungen effizienten Verfahren der verbindungslosen Paketvermittlung sowie die mengenunabhängige Tarifierung (Meritorisierung) machte die Nutzung von Informationsangeboten auch für Heimnutzer attraktiv. Die Evolution elektronischer Handelssystemen begann Ende der 70er Jahre mit ersten Anwendungen für Massentransaktionen mit wohlstrukturierten Nachrichten, z:B. in Form elektronischer Wertpapierbörsen oder dem zwischenbanklichen Abrechnungsbereich. Am Anfang wurden im Bereich der Abwicklung einzelne Abläufe automatisiert. Es folgten vollautomatische Handelssysteme die den Handel mit Futures und Optionen unterstützten. Diese Systeme unterstützten und automatisierten sämtliche zum Börsenhandel und zur Vertragsabwicklung gehörende Abläufe. Als Beispiel kann dafür die Deutsche Terminbörse (DTB) genannt werden. Es herrschte ein Wettbewerb proprietärer Systeme unter der Annahme, es ließen sich durch die Differenzierung von IT-Merkmalen Wettbewerbsvorteile erlangen. In den 80er Jahren wurde auf der Grundlage von EDI versucht, einen unternehmensübergreifenden Austausch von Handelsdaten zu erreichen.

In den 80er Jahren öffneten sich die Marktsysteme für Konkurrenzangebote und breiteten sich branchenspezifische Interorganisationssysteme in andere Wirtschaftsbereiche aus. Auf der Grundlage von Kommuikationsstandards wurde versucht, einen unternehmensübergreifenden Austausch von Handelsdaten zu erreichen. Die Tourismusbranche übernahm mit ihrem elektronischen Flugreservationssystem dabei eine Pilotfunktion. Es war möglich, daß von Reisebüros direkt Flugbuchungen vorgenommen wurden. Im Bereich der Distributionslogistik wurden zahlreiche elektronische Koordinationssysteme realisiert.

Die Erwartungen der weiteren Entwicklung der elektronische Handelssysteme ist eine stärkere Ausweitung des elektronischen Handels in alle Bereiche, vor allem der Erweiterung der Lieferkette zum Lieferanten zum einen und zum Konsumenten zum anderen. Unterstützten frühere Systeme lediglich einzelne Transaktionensphasen in speziellen Märkten, so ist es ein Kennzeichen gegenwärtiger Entwicklungen, alle Phasen einer Geschäftstransaktion in das elektronische Handelssystem zu integrieren. Sowohl die Suche nach Marktpartnern, Produkten und weiteren Marktinformationen, wie auch der Vertragsabschluß können auf diese Weise über Computer realisiert werden. Zudem sollen die gegenseitigen Zahlungs- und Warenströme so weit wie möglich über Kommunikationsnetze abgewickelt werden.

Die Diffusion neuer Kommunikationsdienste vollzog sich zunächst in Branchen mit hoher Informationsintensität, in denen die Wettbewerbsfähigkeit positiv mit der Benutzung neuer Telekommunikationsdienste korreliert, jedoch insgesamt weniger rasch als von seinen Protagonisten erwartet. ”Generally speaking, less use is made of value-added-services than was anticipated a few years ago. Only a few services have achieved penetration rates of at least 25% of the companies in a sector […] This is especially true of electronic mail.” Bestimmte Mehrwertdienste werden offenbar erst durch die Verbundlösung des Internet für viele attraktiv.

Nicht proprietäre One-Way-Technologien wie die des interaktiven Fernsehens sondern die interaktive verteilten Rechensysteme werden inzwischen von vielen Seiten als Grundstein einer globalen Informationsinfrastruktur gesehen. Erwartungen, die Entwiclung interaktiven Fernsehens mit einer großen Anzahl von Kanälen würde schneller vonstatten gehen als die Entwicklung des Internet haben sich nicht erfüllt. Die Wirklichkeit war das genaue Gegenteil.

Ein zentrale Bedeutung für die Entwicklung von Volkswirtschaften im Informationszeitalter obliegt dem in den Datenbanken verfügbaren Wissen. Bei der in den sechziger Jahren einsetzenden stürmischen Entwicklung kam es aufgrund der raschen Entstehung großer Datenmengen zur Bildung unerwünschter Redundanzen durch mehrfache Erfassung der gleichen Daten. Daher und um die gleichbleibende Qualität der Daten sicherzustellen, erwies es sich als zweckmäßig, die Verwaltung der Ausgangsdaten von deren Verarbeitung durch die einzelnen Benutzer zu trennen neue oraganisatorische und technische Konzepte zu entwicklen. Dies war der Ursprung der Entwicklung von Datenbanken. Schon früh gab es daher Anstrengungen, dieses Wissen breiten Anwenderkreisen verfügbar zu machen. Ein frühes Beispiel ist das europäische Netzwerk ”Euronet”, welches seit 1979 den Zugriff auf viele wissenschaftliche Datenbanken ermöglicht.

(vgl. Abb. telematische Innovationen)

Jeder Nutzer der Institution des Internet hat Interesse an einer hohen Akzeptanz und weiten Verbreitung. Allein die Gesamtzahl der Benutzer und schafft positive Netzexternalitäten. Unter dieser eingeschränkten Betrachtung ist die Akzeptanz eines gemeinsamen, aber unkontrollierten Standards wünschenswert. Ebenso wie die Regel im Straßenverkehr, links oder rechts zu fahren normalerweise ”self-enforcing” ist, also keiner Durchsetzung durch Sanktionen bedarf, kann man auch das Internet als eine durch einen offenen, fortlaufenden Prozeß der Interaktion menschlichen Wissens interpretieren. Die Existenz und das Wachstum des Internet folgen den Regeln einer spontanen Ordnung. Sein evolutorischer Prozeß demonstriert wie bei Verkehrsregeln den Charakter von Regeln als Informationsträger, bzw. als Information selbst.

Neben dem Internet gibt es proprietäre globale und regionale Datennetze wie America Online, CompuServe, Microsoft Network oder T-Online.

Das Internet wurde von seinen Planern so konzipiert, um einen Netzausfall im Fall eines Atombombenangriffs zu verhindern. Aus militärischen Gründen wurde der Verteilalgorithmus als so konzipiert, daß bei Ausfall einzelner Vermittlungsknoten alternative Wege berechnet werden können.

Kombinationen verschiedener Kommunikationsarten (etwa E-mail und WWW) bedeuten auch immer eine Ausweitung des Teilnehmerkreises und damit eine Erhöhung des Teilnehmernutzens. Das Internet entstand Ende der sechziger Jahre als amerikanisches Forschungsnetz. Die Form des heutigen Internet war aber weder Entwicklern des Internet noch des WWW bekannt. Sie ist ein Ergebnis ”menschlichen Handelns, aber nicht menschlichen Entwurfs.” ”Diese fundamentale Verflechtung der einzelnen, menschlichen Pläne und Handlungen kann Wandlungen und Gestaltungen herbeiführen, die kein einzelner Mensch geplant oder geschaffen hat.” “Durch Selbstorganisation steigert das Marktsystem seine Eigenkomplexität. Auf diese Weise entwickelt es sich fort.” Selbstorganisationsprozesse im Marktsystem haben ihre wesentliche Ursache im konstitutionellen Unwissen der einzelnen ökonomischen Entscheidungsträger, von Hayek spricht von konstitutioneller Unwissenheit als “Tatsache unabänderlichen Unwissens konkreter Umstände.”

 

Quellen:

   z.B. die Deutsche Terminbörse (DTB).

   Vgl. Klein (1994), S.1.

   Electronic Data Interchange

   Vgl. Ritz (1992), S. 77-81.

   Vgl. Schmid, M. (1992), S. 17f.

   Besonders der Versandhandel, sowie der Direktvertrieb der Hersteller ist an solchen Handelsformen interessiert. Der Marktanteil des Versandhandels am Gesamtumsatz des Einzelhandels betrug 1993 in Deutschland 4,8%, bei Textilien sogar bei 13%, was weit vor den Werten anderer Länder liegt. Allein dieses Substitutionspotential bildet einen erheblichen Anreiz für die Entwickler elektronischer Märkte; vgl. dazu Herchenröder, 1994, S. 36.

   Vgl. Schmid, B. et al. (1991), S. 96-98.

   Vgl. Fritsch (1987), S. 67; Antonelli (1989), S. 258.

   Vgl. Stoetzer (1994), S. 535.

  Vgl. Stoetzer (1994), S. 526.

  Vgl. Kapor (1995), kopiert aus dem Internet.

  Vgl. Lehmann (1996), S. 16.

  Vgl. Lehmann (1996), S. 16.

  Vgl. Lehmann (1996), S. 16.

  Vgl. Schotter (1986), S. 118.

  Vgl. Philippus (1994), S. 3.

Vgl. MacKie-Mason/Varian (1994c), S. 4; Lynch/Rose (1993), S. 160f.

   Vgl. von Hayek (???), S. 97-107.

  Vgl. Elias, 1988, S. 314.

   Vgl. Kunz (1985), S. 1.

   Vgl. von Hayek (1980), S. 27-30. A new www.writemypapers.org majority research bulletin low income students now a majority in the nation’s public schools 7

Project Details