Seit einiger Zeit steigen wieder die Investments in junge Internetfirmen. Damit kommt auch die Angst zurück, wir könnten vor einer neuen Internet-Blase stehen. Müssen wir uns Sorgen machen? Ich meine nicht.

Einiges spricht jedoch dafür, dass wir noch nicht von einer Blase sprechen können. Dafür sprechen einige Argumente.

 

Noch wird ausprobiert

Zum einen wird die Szene derzeit noch von technisch orientierten Gründern dominiert, die ausprobieren, ob ein Kommunikationsmodell funktioniert. Die kaufmännisch motivierten Unternehmer klopfen gerade erst an die Tür. Sollte sich die Entwicklung der Dotcomzeit wiederholen, müssen wir mit Tausenden von Businessplänen rechnen, die die Grenzen der neuen Angebots- und Nachfragekurve austesten.

Erst danach werden sich die Finanzmärkte und damit noch mehr Kaufleute einschalten. Von dieser spekulativen Phase sind wir noch weit entfernt. In der Dotcomblase war es zuletzt die Masse der Privatleute, die ebenfalls ein Stück vom Kuchen abhaben wollten und Aktien kauften, was das Zeug hielt (meist ohne die Geschäftsmodelle zu verstehen).

 

Regiert der Spam?

Auch Steve Rubel fragt sich, was hinter dem geradezu rätselhaften Aufstieg neuer Internetfirmen steckt. Er kommt allerdings zum Schluß, dass bereits ein wesentlicher Teil der Geschäftsmodelle auf Werbung beruhe. Eine – wie er findet – ungesunde Entwicklung. Er :

“The endless dot-com parties are back. So are the countless trade shows/conferences that regurgitate the same “new paradigms” the last 10 events did – with no end in site. And yes, the ridiculous BS press releases are flying into my Gmail box. This is why I don’t speak at or attend very many Web 2.0 conferences anymore. I don’t have the heart for it. I would be stirring the big pot of Kool-Aid.”

Da sich der neuerliche Boom zumindest in den USA bereits herumgesprochen habe, würden immer mehr Blogs und andere Sites Werbung für Startups machen. Mit dieser Selbstreferentialität hatte sich die Internetbranche schon in der Dotcomzeit in die Krise getrieben.

 

Das partizipative Web ist eine Renaissance des Webs

Ich bin da etwas anderer Meinung und denke, dass wir gerade erst am Anfang stehen. Zwar mag es sein, dass einige Blogs sich zu Werbeplattformen entwickelt haben, aber etwas anderes spricht gegen zuviel Pessimismus: denn gewissermaßen ist das Web 2.0 eher eine Rückbesinnung auf die Stärken des Webs. Es waren doch gerade die 1:1-Übertragungen jeder Art von Geschäftsmodell außerhalb des Internets, die so gar nicht zu den Kommunikationsbedürfnissen der Nutzer gepasst haben.

Denken wir zurück, was Tim Berners-Lee, der Erfinder des “World Wide Web” 1991 mit dem Web verbunden hatte: einfache Kollaboration und Partizipation. Interessant, was er zu der Idee der Wikis :

“Die Wikis sind ein großartiges Zeichen dafür, wie Menschen kreativ werden wollen.”

Versteht man das Web 2.0 als ein neues Verständnis des Netzes als “partizipatorisches Web”, bei dem Mitmachen im Vordergrund steht, dürfte die Entwicklung noch eine ganze Weile weitergehen.

Die Zukunft hat gerade erst begonnen.

 


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