Als Strategie, um den sogenannten Long Tail zu erschliessen, wird immer wieder die sogenannte händlerübergreifende Warenkorblösung diskutiert und auch schon in der Praxis ausgetestet, etwa von , aber auch von den zahreichen T-Shirtdiensten, wie A better tommorrow, die die Nutzung der Händlerübergreifenden Bestellung mit der zu versüßen versuchen. Kaum jemand im Web 2.0 Umfeld scheint allerdings bemerkt zu haben, dass derartige Konzepte im B2B-Umfeld bereits seit Jahren Realität sind.

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Patent für OneCart – aus der Traum?

Nun wurde die Diskussion um den händlerübergreifenden Warenkorb durch die Meldung , daß die Warenkorblösung von shop.com namens OneCart in den USA ein Patent erhalten hat. Ist damit nun der Traum vom shopübergreifenden Warenkorb lizenzpflichtig oder sogar ausgeträumt?

Für Laien ist nicht sofort nachvollziehbar, worauf sich das Patent wirklich beruft. Laut bezieht sich das Patent (U.S. Patent No. 7,197,475) auf “Geschäftsprozesse und Kerntechnologien für die Implementierung einer Multi-Verkäufer-Kataloges (im Original: multi-vendor Internet commerce system), welches effizient E-Commerce zwischen mehreren Verkäufern und einer unbegrezten Anzahl von Konsumenten ermöglicht.”

Die Beschreibung führt jeden Internetprofi schnell zu der Frage, was vom technischen Standpunkt am Shop-übergreifenden Warenkorb denn nun so neu sein soll und mit welcher Begründung das Patent erteilt worden ist. Seit Jahren bieten E-Procurement-Hersteller wie etwa , Healy Hudson und andere Marktplatzanbieter Lösungen unterschiedlicher Kataloge in ein Geamtsystem, welches auch über einen gemeinsamen Warenkorb verfügt. Eine ganze Branche, die sich übrigens gerade auf der in Nürnberg trifft, wäre im schlimmsten Fall indirekt vom Patent betroffen.

Genau genommen ist der in jeder gängigen Eprocurement-Lösung enthaltene sogenannte Multi-Lieferantenkatalog nichts anderes als das im Patent genannte “multi-vendor Internet commerce system”. Der Multi-Lieferantenkatalog umfasst die Gesamtheit der digitalen Kataloge aller auf einem Marktplatz oder in einem Procurement-System vorhandenen Anbieter. Dieser Gesamtkatalog wird dann mit einem integrierten Warenkorb abgerechnet. Jeder Lieferant bekommt eine Bestellung seiner Artikel zugeleitet (per Mail oder als Datenbankeintrag) und veranlasst dann die Lieferung.

Shopübergreifender Warenkorb – im B2B längst Realität

Wer sich vom erteilten Patent nicht erschrecken lässt, kann auch für B2C-Modelle von etablierten Unternehmen aus dem B2B eine Menge lernen. Händler wie oder nutzen das Konzept des shopübergreifenden Warenkorbs bereits seit Jahren sehr erfolgreich.

Den registrierten gewerblichen Kunden werden über das Multi-Katalogsystem von Onventis ebenfalls Kataloge von Partnerunternehmen angeboten. Der Werkzeughändler EUROPART kann seiner Kundschaft (KfZ-Werkstattbetreiber) so auch Büromöbel und Büromaterial verkaufen. Dieses One-Stop-Shopping erhöht die Attraktivität des eigenen Shops, spart dem Kunden Transaktionskosten (Zeit), vereinfacht den Bestellprozess und führt zu höheren Umsätzen.

Sollte Interesse an Fallstudien zu diesem Thema bestehen, werde ich hier gern etwas veröffentlichen. buy essay of buyessayonline.ninja

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