Doch was wäre, wenn die Qualität im Netz immer schwieriger zu finden wird, weil ihr Anteil zunehmend sinkt? Ist Verlinkung in einem Meer an Boulevard und Spam überhaupt noch ein Zeichen für Qualität?

In einem hatte ich über meine Beobachtung berichtet, dass Google bereits lange bestehende Websites höher rankt als neue.

 

Das Senioritäts-Prinzip

Der Hintergrund liegt schlichtweg im Pagerank-Algorithmus, der auf existente Links setzt. Um zitiert zu werden, verstreicht Zeit (schließlich muss man ja erst entdeckt werden). Mittlerweile kommen allerdings die Top-10-Ergebnisse von Google Nominierungen gleich, weswegen es viele Perlen geben dürfte, die nie wirklich entdeckt werden.

Aber was passiert, wenn relativ irrelevante Seiteninhalte hoch oben in den Suchergebnissen angezeigt werden? Der

Nun habe ich gemutmaßt, dass dieser Umstand perfiderweise wiederum Google nutzen könnte, da neue Seiten dann ja vielleicht Adwords-Werbung schalten. Zukunftsforscher Willi Schroll hat sich dem angenommen und auch Mediaexperte Frank Huber stimmt im wesentlichen dieser “Verschwörungstheorie” zu. Doch egal, ob Google dies geplant hat oder nicht. Denkt man das weiter, kommt man zu dem Schluss: schlechte Suchergebnisse könnten einen erheblichen Beitrag zu Googles Adwords-Einnahmen leisten.

 

Qualität und Relevanz der Suchergebnisse

Nun könnte man natürlich argumentieren, dass zu schlechte Suchergebnisse (wir erinnern uns an Zeiten zu denen AltaVista und Lycos noch schillernde Markennamen waren) auf Dauer die User nicht den Nutzen geben können, den sie erwarten. Damit wäre auch Google gestraft, da dies die Suchmaschinen insgesamt schädigen würde und die Nutzer vielleicht abwandern würden.Die Qualität und Relevanz der Suchergebnisse entscheidet über den weiteren Erfolg von Google. Man kann also annehmen, dass Google dieses Spiel nicht zu weit treiben wird bzw. es auch selbst gar nicht aktiv fördert.

Aus der Perspektive eines Verschwörungstheoretiker führt das Cost-per-Lead-Modell jedoch dazu, dass schlechter Content bevorzugt wird. Da Google auf diesem Gebiet der dominierende Anbieter ist, könnte Google also vom schlechten Content über das Adwords-Programm überdurchschnittlich profitieren, denn schließlich wird so häufiger geklickt und die wirklich relevanten Websites müssen sich ihren Platz mittels Adwords-Kampagnen erkaufen. Google würde also doppelt profitieren. Aber nein – so böse sind wir nicht. Wir glauben immer noch an Googles Devise:

“Don’t be evil!”

Erinnert sich noch jemand an den Heise-SEO-Wettbewerb rund um das erfundene Keyword “Hommingberger Leopardenforelle”. Interessanterweise stand ganz oben auf der Gewinnerliste ein Team, welches bedeutungslose Textstücke so miteinander verlinkte, dass der Quatsch für Google relevant wirkte. Im Grunde fast ein Offenbarungseid für den Suchgiganten und ein Zeichen dafür, dass auch Googles Pagerank-Algorithmus irgendwann Geschichte sein wird.

 

Aber wechseln wir doch für einen Moment die Perspektive. Was bedeutet es, wenn nahezu bedeutungslose Texte auf Suchmaschinen hoch ranken können?

Gehen wir also noch einen Schritt weiter und fragen direkt: führt schlechter Content vielleicht sogar zu besseren Conversions und demnach bei einem Cost-per-Lead-Modell zu höheren Werbeeinnahmen? Demnach wäre es aus der Perspektive eines Portalbetreibers ökonomisch richtig, viele, gut verlinkte, einzigartige, aber nicht zu gute Artikel zu publizieren.

Klingt verrückt? In diesem Zusammenhang hat Don Tapscott auf seinem Blog auf einen sehr interessanten Artikel von Matt Ripley hingewiesen.

 

Die 80/20-Regel

Unter erfahrenen Media-Experten und Suchmschinenoptimierern ist bekannt, dass die Mehrheit der Einnahmen einer Website, die sich vor allem mittels Pay-per-Performance-Werbung finanziert, von einer kleinen Nutzergruppe kommen. Nämlich von denjenigen Nutzern, die häufig auf Werbung klicken. Wenn man also eine Website betreibt, scheint es sinnvoll zu sein, diese 20% Superuser zu finden, zu segmentieren und mit entsprechende Werbung möglichst zielgruppengerecht anzusprechen und so die Werbeeinnahmen zu maximieren. Richtig oder falsch?

Falsch!

 

Das Lead-User-Paradox

Matt Ripley hat über anhand seiner eigenen Website herausgefunden, dass es vor allem die  Einmalbesucher, also die “Neulinge” waren, die den Großteil seines Traffics ausmachen, währnd der Rest überwiegend von sogenannten Lead-Usern kommt, also von Wiederholungstätern (er nennt sie Superfans). Sämtliche untersuchte Websites hatten diese bimodale Verteilung.

Nun würde jeder, der die 80/20-Regel anwendet zum Ergebnis kommen, dass die Superfans diejenigen sind, die die Seite finanziell tragen. Das Gegenteil ist der Fall. Es waren die Neulinge, die am häufigsten auf die Werbung klickten!

Warum kann das sein? Matts Erklärung leuchtet sofort ein:

“I do it myself when searching, especially if it’s for a product of some type. I’ll search, dive into the results, and if the top 5 don’t have what I’m looking for, I’m very likely to click on related ads to see if that’s what I’m looking for. New visitors to a site love to click on anything that brings them closer to their goal, and often times that’s an ad. This, in essence, is the entire business model of per-click advertising.”

Matt schaltete die Werbung für die Lead-User komplett aus. Über Nacht sanken zwar die Impressions leicht, aber die Klickraten wuchsen dramatisch, weil die Neulinge so viel lieber auf sie klickten.

 

Das Ergebnis

Für ein  Pay-per-Click-Modell wie Google Adsense bedeutet das, dass so gut wie keine Einnahmeverluste zu befürchten waren, wenn den “Frequent Visitors” die Werbung abgeschaltet wurde – sie klickten eh kaum.

Im Versuch waren die treuen Besucher über den nun für sie werbefreien Service sehr erfreut und die regelmäßigen Leser bekamen so einen Anreiz, Vollmitglieder zu werden.

Aber es ergaben sich auch einige Nachteile aus dem Experiment:

“Now there are downsides of course, and this method might not be able to sustain itself indefinitely – but as long as the noobs keep stumbling onto the site and show a tendency to click on the ads presented, website owners can give their superfans a break.”

 

Fazit: treue Besucher verdienen etwas Besseres

Für eine Website bietet sich daher Pay-per-Performance-Werbung nur für neue Nutzer an, sobald die Nutzer zu treuen Fans geworden sind, ist diese Form der Werbung zunehmend wertlos. Es bieten sich Abomodelle oder andere Formen der Monetarisierung an, die nichts mehr mit der eigentlichen Website zu tun haben, z.B. Events oder Webinare. Zumindest sollte man treuen Kunden die Werbung ersparen – sie haben es sch verdient.

 


 

  For example, www.phonetrackingapps.com/track-any-cell-phone-free-in-the-world-by-gps you can turn off messaging, browsers, and calling capabilities during study or sleeping time

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