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Tupper-Party im Internet

Das ich da nicht von selbst drauf gekommen bin: Web-Communities eignen sich hervorragend für das Abhalten einer virtuellen Tupperparty! Das sagt einer der vielen nie bestellten Newsletter, die täglich bei mir eintrudeln. Okay, diesen Newsletter werde ich in Zukunft aufmerksamer lesen – da stecken Geschäftsideen drin. Werde ich gleich mal meiner Frau vorschlagen. Videokonferenz via Skype und schon ist Partytime mit den vielen bunten Tupperware-Schüsseln, -Gadgets und anderem Zeug, dass unseren Küchenschrank schon zur Genüge füllt.

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Ende der 40er Jahre wurde er auf bereits bestehende Strukturen des Heimverkaufs aufmerksam und die Idee der „Heimvorführung“, die Tupperparty, war geboren. Das Konzept: weg von der anonymen Kaufhausatmosphäre und hin zum persönlichen Kontakt mit den Kunden im behaglichem Ambiente kuscheliger Sofakissen. Seit 1951 verkaufte Tupperware seine Produkte nur noch im Direktvertrieb über die Tupperpartys, jedoch sind die Produkte seit einiger Zeit auch in ausgewählten Einkaufscentern in Tupperware-Shops zu erwerben. Im Mittelpunkt der Tupperpartys stehen die Gastgeber, die Freunde, Kollegen, Bekannte oder Verwandte einladen, die sich schon durch ihre Anwesenheit an den Veranstaltungen ein kleines Geschenk „ertuppern“. Ein Tupperware-Berater kommt hinzu und führt nach vorheriger Absprache einige Tupperware-Produkte vor, die direkt vor Ort bestellt werden können. Die direkte, persönliche Ansprache in Verbindung mit persönlichen Bekannten des Gastgebers auf Tupperpartys ist ein wichtiger Faktor, um eine feste Bindung zwischen Kunde und Berater zu erreichen und die vergleichsweise teuren Produkte absetzen zu können. Der Gastgeber erhält für seine Mühen ein Verabredungsgeschenk. Zusätzlich ist er am Umsatz der Tupperparty über so genannte Sterne beteiligt, die er in Produkte eintauschen kann.

Bis heute hat sich am Prinzip und dem Ablauf der Tupperpartys nicht viel geändert. Alle 2,5 Sekunden findet an irgendeinem Ort der Welt eine Tupperparty statt. In Deutschland werden jährlich etwa 1,5 Millionen Tupperpartys mit mehr als 14 Millionen Gästen veranstaltet.

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Spätestens, wenn „OMA 2“ auf dem Markt ist, wird sich sonst wohl der Kampf mit Microsoft und Apple zuspitzen. Dann nämlich, verspricht Buhse, wird die so genannte „Superdistribution“ Realität werden. Ein Musikfan kann dann per Handy seinen Freunden Musikstücke zusenden, die sie einmal anhören können. Gefällt dem Freund das Lied, kann er es direkt per Handy kaufen und, das ist auch neu, der Tippgeber bekommt eine Provision, etwa einen freien Download oder ähnliches. „Dann können die Kids ’digitale Tupperpartys’ abhalten“, ulkt Buhse.

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Gebloggt in , , , , von Dirk Ploss Freitag Oktober 13, 2006

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