Nun bringt der Spiegel-Verlag tatsächlich Internet-Inhalte an den Kiosk. Ob der Spiegel-Verlag vom Print-Blog der ars republica inspiriert wurde, konnte ich nicht herausfinden. Dennoch gibt es nun (für mich erstmalig) zuvor im Internet publizierte Inhalte gebunden als Heft am Kiosk. Eine Zeitenwende, wie ich schon in “” geschrieben habe. Während die Online-Präsenzen über Jahre nur Resteverwertung bekamen, um nicht die geschützten Reservate des investigativen Print-Journalismus zu bedrohen, geht der SPIEGEL nun in die Offensive und wagt den Schritt vom Netz an den Kiosk. Bravo!

Verrückt: während Google gerade beginnt, alte , beginnen nun auch Online-Titel ihren Weg aus dem Netz (wird Google das dann auch wieder einscannen? Ich hoffe das gibt keine Endlosschleife..).

Auf einestages kümmert man sich um das Thema Zeitgeschichte. Der aktuelle Titel behandelt das Lebensgefühl der 80er Jahre. Ganz wollte man den Bloggern dennoch nicht trauen und hat für die Print-Ausgabe einige Prominente “bloggen” lassen.

Das Magazin basiert auf dem Web-Portal , das vor knapp einem Jahr an den Start gegangen war und bringt bis zu 50 Mio. PI im Monat auf die Waage. Die Druckauflage ist daher mit 200 000 Exemplaren respektabel und kommt fast an den großen Bruder DER SPIEGEL heran (mehr zu “einestages” )

Ob das Format auf Dauer genug Leser begeistern wird, ist abzuwarten. Andererseits lesen sich ja Lebensbeichten immer gut. Vielleicht sollte Hubert Burda einmal die Klatschheftchen online recyclen und dann wieder an den Kiosk bringen ( beschreibt ein paar gute Ansätze).

Und in Zukunft? Noch ein paar Jahre warten und dann könnte “einestages” endlich auch als individualisierter Online-Print-Zwitter ganz persönlich auf die Abonnenten zugeschnitten werden.

In meiner persönlichen Web2.0-Ausgabe von einestages würde ich dann etwa (via pokulturjunkie) statt Kamera und Stativ noch den Presslufthammer zum Takt der Electronic Body Music schwingen:

tilt.jpg

PS: Ein vermutlich nicht unbeträchtlicher Teil der bezahlten Spiegel-Redakteure fragt sich jetzt (wie ich auch), ob denn die armen Blogger etwas für ihre Arbeit bezahlt bekommen haben… Wenn nicht wäre der SPIEGEL-Verlag auch Pionier in Sachen AAL. Whether you feel curious, skeptical or unsure, there is find here no denying the fact that a spy app can give you answers to all your long-held questions

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