Ein Mexican stand-off – ein mexikanisches Patt – ist ein englischer Slangausdruck, der eine Konfrontation mehrerer Parteien beschreibt, die von keiner Seite gewonnen oder durch offensives oder defensives Handeln einer der Parteien beendet werden kann. Man kennt die Situation aus Italo-Western, wo sich die Helden immer wieder in ausweglose Situationen bringen, um die Geschichte zu einem guten Ende zu führen.

In der realen Kollaboration hingegen gibt es oft ein Patt des Nichtstuns und Abwartens.

Diesen Gedanken verfolgte Joachim Graf, Herausgeber des ibusiness-Magazins, in seinem neuesten Vortrag auf dem Webmontag. Graf schlägt vor, Commuity-Management stärker unter spieltheoretischen Aspekten zu betrachten. Die Folien können hier heruntergeladen werden:

Die Ausgangssituation innerhalb einer Community ist demnach als Dilemma. Graf teilt die User in vier Kategorien ein:

  • Zurückhaltende,
  • Top-Beitrager,
  • Fragezeichen und
  • Störer.

Im Kern geht es also um die Frage, warum ein einzelner es tun soll, wenn es doch ein anderer machen könnte?
Graf findet einige Lösungen, wie man die einzelnen Gruppen motivieren könnte, sich gruppenkonform zu verhalten. Besonders von den Zurückhaltenden und den Top-Beitragern seien nachhaltige Beiträge zu erwarten. Während man die Top-User belohnen müsse, sei es wichtig, die Zurückhaltenden zu aktivieren.Klingt zunächst einmal selbstverständlich. Interessant ist jedoch, ein Modell zu finden, aus dem heraus systematisch Strategien entwickelt werden können. Man muß ehrlich sein: an dieser Systematik mangelt es doch oft bei Online-Konezptionen.

Interessanter als Einzelmaßnahmen für die einzelnen Gruppen sind jedoch ganzheitliche Ansätze, die im Sinne eines Marktmodells angewendet werden können. Ein gutes Beispiel dafürist der Google AdWords-Auktionsmechanismus. Bei dieser Form der Auktion handelt es sich um eine sogenannte Vickrey-Auktion. Alle Bieter geben gleichzeitig verdeckte Gebote ab und der Bieter mit dem höchsten Gebot erhält die zu versteigernden Anzeigenposition für das betreffende Keyword. Der Clou ist, dass der Meistbietende jedoch immer nur den Preis des zweithöchsten Gebots zahlen muß. Damit erspart sich der Bieter also das Ausrichten der eigenen Gebote an den möglichen Geboten der anderen. Die Regeln sind hier so gestaltet, dass es für jeden Bieter die beste Strategie ist, genausoviel zu bieten, wie ihm die Anzeigenposition wert ist.

Im Kern geht es also darum, wie sich das Dilemma zwischen kollektiver und individueller Rationalität im Sinne der Ziele der Community lösen lassen. Wie kann man User motivieren, einen im Sinne der Zielvorgaben sinnvollen Beitrag zu liefern, anstatt die Community als Trittbrettfahrer auszunutzen. Was motiviert die Nutzer, etwas abzugeben, wo es augenscheinlich doch rationaler wäre, egoistisch zu sein?

Folgende wissenschaftliche Beiträge befassen sich ebenfalls mit Strategien zur Lösung des Gefangenendilemmas in Social Networks:


 

„Mexican Standoff“ von Martin SoulStealer – Flickr: Mexican Standoff. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mexican_Standoff.jpg#/media/File:Mexican_Standoff.jpg It is too essay writer late to make the decision to provide intervention or support anytime later than the second semester of a student’s 8th grade year

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