Seiten werden von Google gut gerankt, wenn sie gut verlinkt sind. Aber müssen sie nicht erst gut gerankt sein, damit sie auch gut verlinkt werden können? Einige grundsätzliche Fragen zum Thema Google und warum am Ende immer einer gewinnt…

Eines meiner Lieblingsthemen ist derzeit Google. Es ist einfach faszinierend, wie gut durchdacht die Konzepte des US-Konzerns sind. Doch mir ist etwas aufgefallen, was mich stutzig und nachdenklich macht… Der Gedanke nämlich, dass Google im Grunde immer die gleichen Seiten wieder und wieder präsentiert …

Google findet nicht alle Perlen

Der Gedanke kam mir, als ich einen sehr ausführlichen und langen Artikel über Industriekooperationen veröffentlicht habe. Der Artikel beruhte auf Interviews mit Geschäftsführern mittelständischer Industrieunternehmen – also wirklich valide und wertvoll (für den, den das interessiert). Gern würde ich den Artikel mit anderen Leuten teilen und mit ihnen diskutieren. Aber es meldet sich niemand. Seit ich den Artikel über mein Blog verlinkt habe, kommen öfter Anfragen. Nun ist mir dieses Phänomen auch bei anderen, spannenden Artikeln, die ich aus dem Netz gezogen habe: Google findet die Perlen erst, wenn andere sie gefunden haben. Anders gefragt: könnte es sein, dass Google fast immer die gleichen Inhalte anzeigt und neue, tolle Artikel übersieht?

Google mag heute, was Google gestern mochte

Nun sollte man sich einmal Gedanken machen, wie die anderen nach Perlen tauchen. Warum findet Google diese tollen Inhalte nicht?

Gibt man bei Google einen Suchbegriff ein, kommt man auf Seiten, die durch Googles Bewertungsalgorithmus als hochrelevant eingestuft sind. Im Kern dieses Algorithmus steht der sogenannte Pagerank. Dieser wiederum stuft Webseiten, die gut verlinkt sind, als relevant ein. Dahinter steckt die Vorstellung, dass Hyperlinks wie bei Zitaten nicht willkürlich gegeben werden, sondern als Empfehlung zu verstehen sind.

Der Knackpunkt ist aber, dass man nur Dinge bewerten kann, die einem bekannt sind. Wenn die Leute immer wieder die gleichen Webseiten als Suchergebnis präsentiert bekommen, dann werden sie auch tendenziell diese Seiten verlinken, weil die gut verlinkten von Google weit oben in den Suchergebnissen angezeigt werden und folglich auch öfter angeklickt werden. Gut verlinkte Seiten werden also durch Google noch besser verlinkt.

Google wirkt damit als Verstärker für die Top-Seiten. Der Long Tail aber, den Google gern für sich beansprucht, findet sich auf den hinteren Plätzen der Suchergebnisse und wird damit kaum beachtet. Das ganze wird noch durch den Senioritätsfaktor verschärft, der ältere Angebote tendenziell höher einstuft.

Wie sollen interessierte Leser auf eine neue Seite kommen, wenn die meisten es über eine Google-Suchanfrage versuchen. In Deutschland sind das ungefähr neunzig Prozent. Für unbekannte, seltene Perlen sieht es düster aus. Gerade in Deutschland. Die wenigsten Nutzer dürften das, was sie bei Google präsentiert bekommen, derart hinterfragen. Mich erinnert das an die Universität.

Wer in den Club will, muss zahlen…

Ganz perfide wird Sache aber erst, wenn man sich überlegt, wie man ohne gute Kontakte direkt in Google nach oben kommen kann (und dann auch die Chance für direkte Links bekommt). Die Antwort ist einfach.

Wer also in den Club der vernetzten Seiten will, muss Werbung (natürlich bei Google) schalten, in der Hoffnung, dann doch irgendwann in den Club aufgenommen zu werden. Denn irgendwann werden Links auf die Seite gelegt. Und es schadet Google auch nicht gerade, dass man etwas warten muss, bis dieser Mechanismus greift. Denn Werbekunden, die sofort in den regulären Ergebnissen erscheinen, würden bald keine Werbung mehr schalten.
… oder gut vernetzte Freunde haben.

Das erklärt auch die Bedeutung von Blogs. Blogs als sehr gut vernetztes eigenes Netz sind praktisch unabhängig von Google. Die Verlinkung geschieht hier stark über direkte Empfehlungen. Ebenfalls Social Bookmarking sucht explizit nach den Perlen. Im Grunde beruht auch Googles Suchansatz übrigens auch bereits auf den Bewertungen durch Nutzer. Links werden eben als Bewertungen angesehen. Und Google hat damit das Web 2.0 bereits seit Jahren vorausgenommen. Doch der Selbstverstärkungseffekt (man könnte auch von Auslese sprechen) benachteiligt im Grunde die Newcomer.

Wer aber in den Blogs erst einmal gut vernetzt ist, wird es auch bei Google einfacher haben… http://www.pro-homework-help.com/ do my homework

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