Wir haben uns so an die Existenz des Internet gewöhnt, dass wir kaum merken, wie sich unsere Nutzungsgewohnheiten ständig gewandelt haben.

Breitband, mobiles Internet und Flatrate-Tarife haben die Nutzung des Internet radikal verändert. Dies legen die Ergebnisse der Cisco-Studie “How we use the internet” nahe. Natürlich sitzt Cisco als Routing-Anbieter an der Quelle, um Nutzungsdaten zu erheben. Und das hat Cisco getan. In die Studie sind die (anonymisierten) Nutzungsdaten von 20 weltweiten ISPs geflossen.

Die Studie kommt zu einigen interessante Ergebnissen:
Die “Internet-Prime Time” verschiebt sich um etwa eine Stunde nach hinten auf etwa neun Uhr abends. Zu dieser Zeit wird etwa ein Viertel der Datenmenge eines Tages konsumiert.

Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht im Monat 11,4 GB. Dabei konsumieren 10 Prozent der Webnutzer etwa 60 Prozent der Bandbreite, 1 Prozent konsumieren sogar ganze 20 Prozent der Bandbreite. Dies scheint auf den erste Blick die oft restriktiven Pricingmodellen der ISPs zu rechtfertigen (CAPS, Tiers), die die intensive Nutzung von Filesharing-Netzwerken (P2P) für eine mögliche Netzüberlastung verantwortlich machen.

Dieses Argument scheint jedoch zunehmend ins Leere zu laufen, denn gerade der Anteil von Pear-to-Pear an der Gesamtlast ist im beobachteten Zeitraum stark gesunken. Sein Anteil fiel im dritten Quartal 2009 auf nur noch 38 Prozent des gesamten Datenaufkommens. 18 Monate zuvor betrug dieser Anteil noch ganze 60 Prozent. Eine weitere Studie der Netzwerkfirma Sandvine bestätigt diesen Trend weg on Pear-to-Pear-Tauschbörsen hin zu webbasierten Video-on-Demand-Plattformen im wesentlichen.
Dies läßt eine ganz andere Interpretation der in der Vergangenheit oft als “Mißbrauch” gegeißelten P2P-Nutzung zu. Demnach wäre nicht Mißbrauch, sonden ein Early Adopter-Verhalten, von Kunden, deren Mediennutzung sich bereits heute so verhält, wie es die Masse erst morgen tut, für das hohe Datenaufkommen der Spitzengruppe verantwortlich.

Es lohnt sich also auch hier das Nutzungsverhalten der Spitzengruppe genauer anzusehen.

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