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Der Wired-Chef Chris Anderson hat sich Händler und Vermarkter ganz aus dem Häuschen. Andersons Entdeckung: Über das Web lässt sich richtig Geld mit Dingen machen, die nur selten jemand will.

Seit einiger Zeit ist Chris Anderson, Chefredakteur des amerikanischen Magazins “Wired”, so etwas wie ein kleiner Star unter den Strategen der digitalen Ökonomie. Der Journalist ist Verfasser des Buchs “The Long Tail”, das prominente Fürsprecher wie Google-CEO Eric Schmidt als “brillant” bezeichnen, der Autor selbst hält bisweilen Autogrammstunden ab.

Seine These: Die Zukunft insbesondere der Medien- und Unterhaltungsindustrie liege in der breiten Befeuerung von Nischenmärkten, während die Konzentration auf Mainstream und Megaseller eine Strategie von gestern sei. Möglich und profitabel, so Anderson, wird diese Entwicklung durch das Internet und die damit verbundenen Technologien.

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Kasse mit Ladenhütern?

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Während der stationäre Handel über begrenzte Verkaufsflächen verfügt, hat das Internet quasi undendliche Regalflächen.

Dies deckt sich mit meiner Beobachtung, daß etwa auf ebay Dinge zu verkaufen sind, die auf einem durchschnittlichen tradiitionellen Flohmarkt keine Chance hätten bzw. verramscht werden müssten. Der Hintergrund ist ganz einfach: während es nur sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Produkt außerhalb der Massennachfrage sich auf einem kleinen Markt gut verkauft, nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Angebot und Nachfrage treffen, mit der Größe des Marktes zu.

Diese “fast unendlichen” Regalflächen ermöglichen Online-Händlern Produkte zu führen, für die sich die Lagerfläche im stationären Handel nicht rechnen würde.

Erik Brynjolfsson (http://ebusiness.mit.edu/erik/) hat das Long Tail-Phänomen am Beispiel des Buchmarkts untersucht. Eine große Buchhandlung führt ständig zwischen 40.000 bis 100.000 Titel, nach denen eine entsprechend marktrelevante Nachfrage besteht. Diese Bücher finden sich zwar auch bei Amazon, doch das hat noch 2,9 Millionen weitere Titel im Angebot. Brynjolfsson analysierte die Verkäufe und kam zu dem Ergebnis, dass Amazon bis zu 40 Prozent der Umsätze über solche Bücher erzielt, die in der Regel nicht in einem klassischen Buchgeschäft zu finden sind.

Das Problem ist nur, wie man sich den Long Tail erschliessen soll? Wi soll ich wissen, dass sich mein Lieblingsprodukt jetzt gerade irgendwo in einem Lager am anderen Ende der Welt befindet und via Internet bestellbar ist.

Martin Oetting hält daher Mundpropaganda für die Killer Application des Web 2.0 (http://www.connectedmarketing.de/cm/2006/08/the_long_tail_d.html).

Neben den Suchmaschinen sieht er in der menschlichen Filter- und Empfehlungsfunktion den Weg, um den Long Tail zu erschliessen.

Weil stationäre Lagerflächen

Weil aus rein physikalischen Gründen jedes Regal und jeder Verkaufsraum begrenzt ist und deswegen Geld kostet, müssen Wirtschaftsunternehmen ihre ganze Arbeit auf Hits ausrichten, also auf deutlich überdurchschnittlich erfolgreiche Produkte.

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muss der traditionelle Handel sein Angebot streng nachfrageorientiert gestalten. Das Hauptaugenmerk gilt also der Massennachfrage, während alles, was nicht profitabel genug ist, häufig außen vor bleiben muss. Das aber ist eine ganze Menge – und genau das ist der “Long Tail” – im Deutschen sprechen wir gern von einem “Rattenschwanz”.

Der Begriff

Abgeleitet ist der Begriff von der Form einer Häufigkeitsverteilung: Links stehen die wenigen Dinge, die häufig nachgefragt werden – die Kurve ist hoch und schmal. Rechts schließt sich der lange, immer dünner werdende Rattenschwanz der vielen selten nachgefragten Artikel an.

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Und so heißt der Untertitel des Buches auch: “How Endless Choice Is Creating Unlimited Demand” – Anderson sagt letztlich, dass sich heute für enorm viele Produkte eine Nachfrage finden lässt, und sei sie noch so klein.

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Risiken

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Martin Ötting behauptet sogar, dass

Dennoch unterschätzt Anderson einen anderen Aspekt: den der produktionskostenseitigen Skaleneffekte. Massengüter wie Tennisbälle lassen sich einfach preiswerter herstellen als Kleinstserien.

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Beispiele für den Long Tail sind ein besonderer Likör, Folklore, historische Filme, bestimmte, nur noch selten nachgefragte Dichtungsringe. Die Liste ist so endlos wie vielfältig, denn an Produkten, die selten nachgefragt werden, herrscht kein Mangel. Verfügbar sind solche Güter dagegen nur selten – doch genau das ändert nun das Internet.

Das Netz bringt erhebliche Kostenvorteile mit sich. Das digitale Warenhaus besteht aus Festplatten, die jederzeit problemlos erweiterbar sind. Die Aufnahme eines neuen Produkts benötigt kaum mehr als ein paar zusätzliche Einträge in der Datenbank. Und gegebenenfalls etwas Platz in einem der kostengünstig zu betreibenden Warenlager, im Falle rein digitaler Produkte jedoch nicht einmal mehr das: Einen digitalen Song durchs Netz zu schicken kostet den Verkäufer so gut wie nichts. Doch birgt die Nische tatsächlich ein lohnenswertes kommerzielles Potential?

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Massenhaft Kleinkram statt Masse

Chris Anderson ist davon überzeugt und fragt sich, was wohl passieren wird, wenn eines Tages jedes Produkt der Welt für jeden Konsumenten grundsätzlich zu beziehen ist. Die Millionen Kleinstverkäufe könnten die wenigen Megaseller in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung vielleicht sogar ablösen.

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Naht das Ende der Hitparade?

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Chris Anderson demonstriert anhand der Online-Videothek Netflix, die im Gegensatz zu einer stationären Videothek nicht bloß 3000, sondern 65000 Filme anbietet und aus den zusätzlichen Filmen immerhin 21 Prozent zusätzlichen Umsatz generiert.

Das wohl bekannteste Beispiel für den “Long Tail” ist jedoch eBay. Auch hier greifen die Vorteile des Web: Ebay agiert lediglich als zwischengeschaltete Instanz zwischen Käufer und Verkäufer und hält selbst keine Ware vor.

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. Kein Amazon-Mitarbeiter kann das gesamte Angebot des Unternehmens noch überschauen und Empfehlungen abgeben.

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Noch meinen viele, die Masse machts. Sie halten sich für einen Long-Tail-Anbieter, wenn sie hunderttausende und mehr Produkte in ihrer Online-Datenbank haben. Übersehen wird gern: Das Long Tail Phänomen ist nicht (nur) eine Frage der Quantität, sondern vor allem auch eine Frage der Qualität (Mittelprächtige Produkte bleiben auch im Long Tail Ladenhüter).

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In den vergangenen Monaten haben wir schon eine Reihe von Ideen für das Long Tail präsentiert. Viele der vorgestellten (Verkaufs-)Konzepte floppen in bestsellergetriebenen Massenmärkten, eignen sich aber hervorragend für Long Tail Anbieter.

Im einzelnen sind dies:

Speziellere Produktangebote (Open Innovation, Mass Customization, etc.)

Aktivere Verkaufsmethoden (Live Shopping, attraktive Shoppingaktionen, etc.)

Effektivere Empfehlungssysteme (Social Commerce, Social Shopping)

Wer in Long Tail Märkten punkten will, muss den Kunden nicht nur die besten Produkte (im Unterschied zu den meisten Produkten) bieten, sondern diese auch entsprechend zielgenau an den Mann/ die Frau bringen können.

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Empfehlungen sind das Schmiermittel für

gute Long Tail-Konzepte

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Behavioral Targeting

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Technolgie versus Human approach

was wird sich durchsetzen

behavioral targeting

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Long Tail ist aber nicht das Ende der Ladenhüter, sondern

verlangt den Produkten eine erheblich größere Qualität ab.

Das sich nun weltweit Leute speziell nach Kaffeebohnen aus Madagaskar suchen, bedeutet zum einen eine Chance, zum anderen aber auch, dass nun alle Hersteller von Kaffeebohnen aus Madagaskar miteinander konkurrieren – und zwar in einem Markt. Der Long Tail ist gnadenlos global.

Für Nischenanbieter heisst das:

Nicht jeder Ladenhüter wird somit zum Erfolgsgaranten in der Online-Welt des Long Tail.

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Bezug nehmend auf den früheren Beitrag (Warum Social Shopping Dienste zum Scheitern verurteilt sind) argumentiert Peter Ambrozy von eDelight gegen einen gemeinsamen Warenkorb.

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Contra Universal shopping cart

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Peter Ambrozy von Edelight behauptet, ein gemeinsamer Warenkorb rechne sich nicht

die Argumente gegen einen übergreifenden Warenkorb:

– Mehraufwand (mehr Produktdetailfragen, Ansprechpartner für Lieferverzögerungen )

Nach der Erfahrung von Ambrozy ist sogar ohne Warenkorb vorhanden ist und nur beraten wird

Lösungsvorschlag: Produktlieferanten bieten Social Shopping Diensten neben dem Produktangebot auch eine einheitliche Warenkorblösung an

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Pro

—-

1.

Social Shopping Dienste wären ohne Warenkorb nichts anderes als intelligente Affiliate-Linksammlungen.

2.

Lösung: shoebuy.com – ein kooperatives Konzept
a) ein gemeinsamer Warenkorb vorhanden ist und
b) Übernahme der Versandkosten durch den Plattformbetreiber

3.

Ein Shop wird immer Kundenkontakt mit sich bringen.

4.

Verkaufen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen geht nicht. Wer Produkte verschiedener Anbieter verkauft, muss mindestens einen gemeinsamen Warenkorb möglichst inklusive Zahlungsmöglichkeit anbieten.

5.

Jedes Kundenfeedback bietet die Möglichkeit für neue Geschäfte.

Kundenbindung.

Auch im ‘social commerce’ ersetzt die Bindung innerhalb der ‘community’ meiner Meinung nach nicht die Bindung des Kunden zur Plattform/zum Anbieter

6. Social Shopping-Betreiber muß

– Liefertreue und Qualität seiner Anbieter garantieren

7. Sendungsteilungen verärgern die Kunden und erhöhen die Retourenquote.

Lösung: Konsolidierung der Sendungen
Beispiel: otto.de bindet externe Händler in seine Logistikprozesse ein. Die Ware liegt zwar physisch beim angeschlossenen Partner, wird dann aber quasi per “cross-docking” in die Pakete konsolidiert. Das muss schnell gehen (IT- und versandseitig), aber Tests zeigen nun mal immer und immer wieder, dass die Kunden lieber einen Tag länger warten, wenn dann alles bestellte auch im Paket ist

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Jochen Krisch hält deshalb Social Shopping Dienste zum Scheitern verurteilt.

Beiepiele für Social Shopping Dienste sind etwa Zlio, Crowdstorm, ProductWiki, Favorite Thingz oder Edelight. Laut Krisch eversprechen Sie etwas, was schon die Produktsuch-, finde- und Empfehlungsmaschinen der ersten Generation nicht haben halten können: den bequemen Einkauf über das komplette Shoppinguniversum hinweg.

Krisch unterscheidet davon Dienste wie Etsy, DaWanda oder Sozeug, die auf ein eigenständiges Produktsortiment setzen. Ist also ; Empfehlungsdienste wie Zlio & Co jedoch lassen zuliefern und hängen so am Tropf ihrer Produktlieferanten.

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Via Handelskraft (http://www.handelskraft.de/2007/03/06/electronicscout24-gemeinsamer-warenkorb-war-flop/)

Vielsagend, daß Electronicscout24 das bisherige Alleinstellungsmerkmal, den gemeinsamen Warenkorb, aufgegeben wird.

Dieses Feature ermöglichte Kunden, ihre Einkäufe bei verschiedenen Händlern in einem Vorgang direkt bei Electronicscout24 zu bezahlen.

Nach Aussagen von Unternehmenssprecher Jungbluth war dieser Service mit erheblichem Aufwand verbunden, wurde von den Kunden jedoch nicht genügend nachgefragt.

Die halbe Internet-Welt spricht davon, endlich den Händlerübergreifenden Warenkorb zum Standard zu erheben und ElectronicScout24 als Vorreiter schafft ihn eben mal ab.

Kernaussage:

– Zu wenig Nachfrage

– Zu hoher Aufwand

Jetzt kann man spekulieren, ob der Zeitpunkt zu früh gewählt war, weil die Kunden noch nicht reif genug sind usw. Generell kann man scheinbar festhalten, dass die Lösung von ElectronicScout24 bei geringen Bestellmengen nicht funktioniert hat.

In Zukunft sollte man also bei der Implementierung und dem Betrieb eines Händlerübergreifenden Warenkorb darauf achten, dass geringe Fixkosten entstehen, somit der Betrieb dieses Warenkorbs auch bei geringer Nachfrage problemlos möglich ist.

Ich für meinen Teil sehe den Händlerübergreifenden Warenkorb weiterhin als Zukunft, da immer mehr Kunden das Internet zum Einkauf nutzen und damit auch die produktübergreifenden Bestellungen zunehmen werden. Der eigene Warenkorb von Shopping-Plattformen ist sehr entscheidend zur Kundenbindung und zum Aufbau der eigenen Marke.

Der Händlerübergreifende Warenkorb muss also gut organisiert und durchgerechnet sein, wie der Fall ElectronicScout24 zeigt.

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Stefan David (http://weblog.ononlinework.de/uber-stefan-david/)

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Am 7. März 2007 um 00:18 Uhr

Aus der Sicht des Kunden ist der händlerübergreifende Warenkorb sicherlich wünschenswert. Solange aber jeder angeschlossene Händler seine eigenen AGB, eigene Versandkosten, unterschiedliche Lieferzeiten und andere Angaben pflegen will (und das will er), ist es zum Einen schwierig, das für den Kunden klar darzustellen und zum Anderen technisch schwer abzubilden. Von den rechtlichen Schwierigkeiten mal abgesehen. Wer weiß, wie schwierig es ist, seinen eigenen Warenkorb rechtlich einwandfrei zu halten, kann sich ausmalen, wie kompliziert eine händlerübergreifende Version sein muss.

Die kostengünstige Lösung ist m.E. utopisch. Die Annahme durch die Kunden scheint auch kaum zu funktionieren. Zumindest deutet die Aufgabe von ElectronicScout24 und der bisher gerüchteweise sehr mäßige Erfolg von eBay Express darauf hin.

Holger Weser

Am 7. März 2007 um 10:31 Uhr

Wahrscheinlich bedarf es eines großen Players, der die Vorgaben entsprechend den Händlern “aufdrückt” (AGB, Versandkosten, Lieferzeiten).

Wenn ich die Vorstöße von Amazon (z.B. endless.com) betrachte, so wird es von deren Seite stark forciert. Anscheinend muss man als Anbieter von Händlerübergreifenden Warenkörben selbst Logistiker sein – bzw. werden. Amazon baut seine Logistik-Kompetenzen entsprechend auf. Die eigentlichen Händler mutieren in diesem Fall jedoch zu Zulieferern.

Damit wird die Strategie von Amazon deutlich sichtbar.

Ob es eine kostengünstige Lösung geben kann, die es auch kleineren Portalen ermöglicht, übergreifende Warenkörbe anzubieten, kann ich nicht wirklich beurteilen. Es ist letztlich m.E. der Knackpunkt, den es zu lösen gilt.

Wer hier Lösungen hat, ist scheinbar im Vorteil…sofern es Lösungen gibt.

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Robert Basic

E-Commerce: der gemeinsame Warenkorb II.

am 6.11.06

einen gemeinsamen Warenkorb braucht, da mE mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Lieber biete ich den Users vernünftige Empfehlungs/Entdeckungsmöglichkeiten an, investiere also dort meine Ressourcen, statt 10% der Besucher zu bedienen, die mal hin und wieder mehrere Produkte parallel kaufen möchten. Letztlich aber hängt es stark davon ab, ob man sich mehr als moderne Suchmaschine versteht oder eher als virtuelles Kaufhaus mit einem breiten Produktportfolio. Das aber wiederum hängt davon ab, welche Funktionen man anbietet und damit dem User gegenüber signalisiert, wo der Kernnutzen liegt. Sonst weckt man falsche Erwartungen, wenn man zwar tolle “Überflieger-Warenkörbe” anbietet, im Hintergrund jedoch kaum was los ist. Na, erst das eine, dann das andere.

Noch wichtiger dabei: Es ist müßig, Startups mit einem Shopping.com Monster zu vergleichen, das möglicherweise in der Lage ist, eine solche E-Commerce Infrastruktur auf die Beine zu stellen und am Markt durchzudrücken. Es kann nicht Aufgabe der Startups ein, es werden mE ganz eindeutig Firmen wie SAP, Oracle, Microsoft und Amazon wie auch eBay sein, die das Problem zusammen mit Logistikern angehen und lösen werden. Es ist zudem ja nicht so, dass es nicht genügend Datenformate gibt. Das muss nicht neu erfunden werden. Was man braucht, sind bezahlbare und standardisierte Lösungen eben.

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Auch wenn es Skeptiker 😉 bezweifeln: Kaum ein Thema treibt die Gründer von Social Shopping Diensten so um, wie eine einfache und praktikable Lösung für einen händlerübergreifenden Warenkorb.

Denn erst so können sie es mit herkömmlichen Online-Shops und Shoppingangeboten aufnehmen (s. Shoebuy vs. Zappos in den USA).

So träumt auch der “intelligente Marktplatz” Alonovo (“Social value guided shopping”) von einem “Universal Cart”. Wenn es mit der Finanzierung klappt, soll Alonovo 2.0 wie folgt aussehen:

“The most significant new features are related to what we are calling the Universal Cart (UC) and Context-Sensitive Content Placement (CSP).

Those powerful new functions will enable small local community merchants to transact through alonovo.com and our growing community (…).”

Aktuell arbeitet Alonovo zwar auch schon mit einem eigenständigen Warenkorb, allerdings nur für Amazon-Produkte (“Shopping Cart powered by Amazon”):

“While browsing and shopping for items on alonovo.com, “the cart” represents the list of items you have selected to purchase from our shopping system, currently affiliated with Amazon.com.

This cart is generated by us and only keeps track of items that you intend to purchase from Amazon.com. You can continue to shop after you’ve selected items or you can choose to “Check Out.” By clicking on the “Check-out” button, you will be forwarded to Amazon.com’s website.”

Auf Alonovo amerksam gemacht hat Stefan Wolk vom Shoppingzweinull-Blog, allerdings im Zusammenhang mit dem Thema “Öko-Shopping-Angebote”.

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ElectronicScout24 kippt gemeinsamen Warenkorb

ElectronicScout24, einst Deutschlands Vorreiter in Sachen “Gemeinsamer Warenkorb”, hat sich von seiner Warenkorblösung verabschiedet und setzt künftig auf klassische Produktsuche. Die neue Technikplattform kommt von Mentasys. Zugleich wird das Portal unter neuem Management künftig von München aus geführt. Offenbar haben alle Animationsversuche nicht gefruchtet.

Letztlich war die ElectronicScout24-Lösung von Beginn an eine Zumutung für die Kunden, die trotz eines einheitlichen Warenkorbs die unterschiedlichen AGBs der Händler weiterhin separat abnicken mussten und mehrfach mit Versandkosten belastet wurden.

ES24 musste zudem feststellen, dass bei den im Elektronikbereich üblichen Einproduktbestellungen die Vorteile eines übergreifenden Warenkorbs kaum zum Tragen kommen. Insofern ist die Abschaffung durchaus konsequent.

Interessanterweise ist der übergreifende Warenkorb spätestens seit 2006 eines der zukunftskritischen Themen im E-Commerce, da inzwischen alle großen Versender ihre Plattformen für Drittanbieter geöffnet haben.

Die kundenfreundlichste Lösung kommt derzeit von Neckermann.de: Hier kauft der Kunde weiterhin bei Neckermann und zahlt nur eine einmalige Versandkostenpauschale. Ob die Ware dann von angeschlossenen Kooperationspartnern (wie Mexx & Co.) verschickt wird, ist für den Kunden nicht ersichtlich.

Doch nicht nur die großen Versender, sondern auch einige der neuen Social Shopping Dienste tüfteln derzeit an händlerübergreifenden Warenkorblösungen. Denn grundsätzlich kann man sich der Meinung von Handelskraft nur anschließen:

“Ich für meinen Teil sehe den Händlerübergreifenden Warenkorb weiterhin als Zukunft, da immer mehr Kunden das Internet zum Einkauf nutzen und damit auch die produktübergreifenden Bestellungen zunehmen werden.

Der eigene Warenkorb von Shopping-Plattformen ist sehr entscheidend zur Kundenbindung und zum Aufbau der eigenen Marke.”

Dass eine fatal umgesetzte Lösung wieder vom Markt verschwindet, ist hingegen verschmerzbar. ElectronicScout24 kam mit seinem Modell Ende 2005 auf den Markt.

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(via Shopping 2.0)

Gemeinsamer Warenkorb: Alle bisherigen Beiträge zum Thema

Verfasst am 08. März 07 | Permalink

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Folgende Weblogs beziehen sich auf den Eintrag ElectronicScout24 kippt gemeinsamen Warenkorb:

» Hohes Marketingbudget kein Erfolgsgarant von Gimahhot Blog

Die Multishopping-Plattform Electroniscout24 bildet sich zurck zu einem weiteren der vielen „1000″ Preisvergleiche. Der hndlerbergreifende Warenkorb lsst sich nicht in die Praxis umsetzen. Dabei gibt es noch andere Vorteile,… [weiter lesen]

verlinkt am 12. März 07 um 16:16 Uhr

Kommentare

Natürlich ist ein übergreifender Warenkorb aus Kundensicht eine wesentliche Erleichterung und damit z. Zt. eher noch ein Alleinstellungsmerkmal.

Trotz alledem ist ein übergreifender Warenkorb nur ein nutzbringender und zeitsparender Service, der dem Kunden das Einkaufen erleichtert und ihn an die Site binden kann.

Am wichtigsten ist und bleibt der Nutzen und die Relevanz der “Einkaufsstätte” für den Kunden. Aus meiner Sicht mangelte es ElectronicScout24 daran: Die Sortimentstiefe und -breite war relativ gering und Features und Functions sowie Navigation und Übersichtlichkeit lagen weit hinter den aktuellen Benchmarks im Onlineshopping.

All das kann man natürlich nicht mit einem übergreifenden Warenkorb kompensieren.

Kommentiert von: Thorsten Boersma | 09. März 07 um 00:07 Uhr

Hmmm, natürlich ist so eine Meldung etwas frustierend, wenn man selber kurz vor der Einführung eines gemeinsamen Warenkorbs steht ;-(

Zunächst einmal muss eine Plattform, auf der diverse Händler ihre Produkte anbieten, allerdings einen oderer mehrere USPs haben, die über die Aggregation möglichst vieler Anbieter und Produkte hinausgehen: Zusätzliche Dienstleistungen, Beratung, Community, spannende thematische Fokussierung etcpp. Danach ist dann der gemeinsame Warenkorb allerdings das berühmte Pünktchen auf dem i….

Ob es dann noch gelingt, die (guten und erfahrenen) Anbieter in ein noch engeres Korsett zu zwingen, wo sie zB auf eigene Transportkosten verzichten, ist allerdings mehr als fraglich. Sinn machen würde dies eigentlich nur, wenn die Logistik aller Anbieter zussammengeführt würde (was nicht bei allen Produktgruppen möglich wäre, bei unseren Pflanzen schon gar nicht). Wenn dies allerdings unmöglich ist, ist der Verzicht auf indiv. Transportkosten nur augenwischerei: Sie werden halt einfach ins Produkt eingerechnet….

Kommentiert von: Markus | 09. März 07 um 07:33 Uhr

hm, dieser artikel zeugt von unwissen und ignoranz.

unwissen, weil ein shop-übergreifender warenkorb nicht innerhalb einer bestellung sinn machen muss, sondern dem kunden auch innerhalb eines jahres etwas bringt (heute waschmaschine von händler a, morgen mp3-player von händler b, etc.)

ignoranz, weil bestimmt wieder 40 leute ihren job verloren haben…

gruß

torsten

Kommentiert von: torsten | 09. März 07 um 09:38 Uhr

Im Social Shopping Bereich (Geschenkedienste, etc.) ist der übergreifende Warenkorb vor allem bei Einzelbestellungen interessant.

Zum Thema Ignoranz: Gute Leute mit Erfahrungen in diesem Bereich werden gerade händeringendst gesucht.

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