Jeder weiß es: die FAZ hat den besten Wirtchaftsteil, der Feuilleton der Zeit und der Süddeutschen ist gut und die Bild eignet sich gar nicht mal so schlecht für den Sport. Während der Internetleser sich online genau nach diesen Vorlieben bedienen kann, muß der Print-Käufer sich entscheiden oder dreimal bezahlen. Warum nicht die Vorteile des Internet auch im Print nutzen?

Das geht nicht? Vielleicht nicht heute, aber denkbar wäre es schon, dass sich derartige Modelle in der Zukunft etablieren könnten.

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Zeitung der Zukunft – ein Pressespiegel

Für deratige Modelle gibt es bereits einen Blueprint: die französische Wochenzeitschrift . Der Courrier veröffentlicht sehr erfolgreich seit langem eine Presseschau von über 900 weltweit publizierten Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen. Da ich lange in Freiburg in der deutsch-französischen Grenzregion gelebt habe, war ich lange selbst eifriger Leser des Courrier International. Man kann nicht gerade sagen, dass der Couurier nicht erfolgreich wäre: die verkaufte Auflage beträgt Auflage ca. 180.000 – jede Woche!

Die Artikel werden von einer Redaktion in ausgewählt und ins Französische übersetzt. Rubriken sind: Europa, Afrika, Asien, Nordamerika, Südamerika, Australien und der Pazifik, ferner Technologie, Umwelt, Netzkultur und Wirtschaft. Jede Woche sucht sich die Redaktion einen thematischen, zumeist politischen Schwerpunkt.

Niemand möchte jedoch nur die eigenen Artikel sehen. Zum Lesen von Print gehört das Stöbern und entdecken. Daher nimmt der Anteil der sehr individuell zugeordneten Artikel auch nur ca. 50% ein. Der Rest sind Headlines, die die Redaktion auswählt. Allerdings gilt auch hier: möchte ich einen Journalisten nicht haben, so erscheint sein Beitrag nicht.

Doch wirklich eignet sich der Courrier noch nicht für die Zeitung der Zukunft. Warum nicht einen Schritt weiter gehen und die Zeitung komplett individualisieren? Der User stellt seine Vorlieben auf dem Zeitungsportal ein (z.B. die Lieblingsautoren, Lieblingsthemen, Themen, die ihn nicht interessieren).

Die TAZ ahnt es schon (aber tut nichts) und schreibt in einem Dossier zur Zeitung der Zukunft: “!” Doch einen Fehler macht die TAZ. Nicht die Artikel selbst sollen individuell sein, sondern die Zusammenstellung der Artikel.

Ich denke mehr an eine Art Mischung aus dem Courrier und einem Aggregator wie Rivva.

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Werbung: um so mehr desto günstigerÂ

Auch bei der Werbung kann der User Präferenzen äußern – um so mehr Werbung er haben will, desto günstiger wird sein Exemplar. Ist er ein Ad-Verweigerer muß er für diesen Luxus etwas in die Tasche greifen. Der Beitrag der Werbung wird nun als Unterstützung und nicht als Spam wahrgenommen. Durch die Präferenzeinstellungen wird der User außerdem mitgenommen. Werbung bekommt wieder den Informationscharakter, den sie verdient. Zu jedem Werbebeitrag (z.B. eine plakative Anzeige) gibt es ein paar Zusatzinfomationen in einer kleinen Box.

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Druck am Kiosk

Der Druck der Zeitung läuft im Digitaldruckverfahren. Leider bin ich kein Drucker, um die Kosten richtig abschätzen zu können. Aber die Zeitung der Zukunft benötigt Skaleneffekte (Auflage), um die teuren Druckmaschinen rentabel zu machen. Zum Druck eignen sich zentrale Druckcenter oder Vor-Ort-Drucker. So kann z.B. die Espresso Book Machine in 3 Minuten ein komplettes Buch drucken und binden.

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Natürlich ist es auf dem Weg zu solch einer Vor-Ort-Fabrikation einer individuellen Zeitung noch ein weiter Weg. Aber wer hätte sich 1990 vorstellen können, dass wir einmal all unsere Musikstücke in unserem Telefon bei uns tragen würden? Es ist klar: sollte sich die Technik in diesem Bereich noch verbessern, könnten auch Zeitschriften vor Ort individuell erstellt werden. Es rechnet sich vielleicht heute noch nicht – aber es wäre ein denkbarer Weg.Â

Bei der Auslieferung über den Postweg oder die heutige Zeitungszustellung wäre die Aktualität nicht so hoch wie beim Druck am Kiosk. Neben Abomodellen könnten am Kiosk auch spontane Ausdrucke erfolgen, Abgebucht würde online. Der Kiosk würde kein Personal benötigen. Voraussetzung wäre die Mitgliedschaft auf dem Zeitungsportal. Observing students http://www.writemyessay4me.org/ essay helper once they arrive at our site has allowed us to tweak the selection process from year-to-year to best fit our local needs

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